Es fing vor Jahren mit der Erlebnis-Gastronomie an. Statt griechisch, italienisch oder chinesisch ging ich eines Tages katholisch essen: das Restaurant war einem mittelalterlichen Klostergewölbe nachbildet, es wurde hauptsächlich durch rußende Altarkerzen erleuchtet und das Personal bediente in härener Kutte. Immerhin wurde auf appetitzügelnde Martyrien- und Kreuzigungsdarstellungen an den Wänden ebenso verzichtet wie im doppelten Sinne geschmacklose Hostien-Sättigungsbeilagen – ein Heidenspaß.
Inzwischen gibt es auch im Hotelgewerbe immer mehr Themen-Etablissements. So ist mein Kölner Stammhotel „Victoria“ ganz der klassischen Musik gewidmet. Bekannter sind die Art-Hotels, in denen jedes Zimmer einem anderen Maler und seinem Malstil nachempfunden ist. Auffällig oft übrigens kommen Künstlern der klassischen Moderne zum Zuge: van Gogh, Picasso, Miro, Dali, Magritte sind sehr beliebt, selten findet man die Postmoderne vertreten – ich hab noch nie von einem Beuys-Zimmer gehört (würden wahrscheinlich die Putzfrauen streiken), und ein Damien-Hirst-Zimmer mit Hai-Aspik-Objekten im Badezimmer würde sicherlich an der Gewerbeaufsicht, ein Jeff-Koons-Zimmer am Jugendschutz scheitern. Aber auch die Klassiker haben es durchaus in sich: Versuchen Sie mal, aus einem „M. C. Escher“-Zimmer wieder herauszufinden, oder in einem Goya-inspiriertem Raum vernünftig zu träumen.
Im Trend liegen auch geographische Themen-Hotels, wie das sehr schöne HIP-Hotel in Heidelberg, in dem ich letztens übernachten durfte. Jedes Zimmer ist einer anderen Stadt und ihrem Flair nachgebildet. Mir war das Glück beschienen, im „Havanna“-Zimmer mit einem großen Ché Guevara-Fresko über dem Bett zu schlafen
… was allerdings am anderen Morgen mich zu datonesken Agitationen am Fühstückstisch gegen Warenwirtschaftssysteme verleitete.
Ein Tipp noch: Sollten in einer Stadt mal alle Hotels ausgebucht sein, versuchen Sie es im lokalen Art-Hotel … meistens ist das Edvard-Munch-Zimmer noch frei.
Heute feiert Frankreich das Dreikönigsfest. Ein Kuchen wird gebacken, die sogenannte Galette des Rois, die in einer fröhlichen Runde verspeist wird. Derjenige, der die in den Kuchen eingebackene Walnuss in seinem Stück findet, wird König des Tages. Unser Grafiker überraschte uns heute mit einer Galette des Rois.
Um 11 Uhr versammtelten wir uns an unserem großen Tisch und verspeisten die Galette. Und der König der O’Reillys ist heute eine Königin: Karin!
Der Brauch will es so, dass immer wenn der König sein Glas zum Mund führt, gerufen wird “Le roi boit”. Für Karin lautete es also “La Reine boit”. Wir sind gespannt, wie oft sie heute noch trinken wird – und wie ihre Herrschaft über die O’Reillys heute aussehen wird. Es lebe die Königin!
Noch ein Tipp unseres Grafikers: Wer sehen möchte, wie das Fest gefeiert wird – in dem wunderbaren Film MOLIERE von Ariane Mnouchkine kann die Feier bestaunt werden.
Um 11 Uhr versammtelten wir uns an unserem großen Tisch und verspeisten die Galette. Und der König der O’Reillys ist heute eine Königin: Karin!
In loser Folge erklären wir seltsam anmutende oder merkwürdige Begriffe aus dem Themenumfeld unserer Bücher. Heute: “Umami”.
Umami ist die Bezeichnung für eine der Grundqualitäten des menschlichen Geschmacksinns. Die meisten Wissenschaftler gehen davon aus, dass es nur wenige Arten von Geschmacksrezeptoren in den Geschmacksknospen gibt. Während die Nase mit grob geschätzt 1.000 Arten von Geruchsrezeptoren glänzt, gibt es nur fünf oder sechs verschiedene Geschmacksrezeptoren. Sie sind für Süßes, Salziges, Saures, Bitteres – und eben für „Umami“ zuständig. Umami nennt man zum Beispiel den pikanten Geschmack von Käse und vielen asiatischen Gerichten.
Möchten Sie noch mehr erfahren? Viele weitere interessante und amüsante Details über den menschlichen Körper sowie zahlreiche Tipps zu Pflege und Wartung finden Sie in „Dein Körper: Ein Missing Manual“. Das Buch knüpft an unser erfolgreiches Missing Manual „Dein Gehirn“ an und erscheint Ende Januar.
Der Begriff regulärer Ausdruck kommt aus der Mathematik und der theoretischen Informatik. Dort steht er für eine Eigenschaft mathematischer Ausdrücke namens Regularität. Solch ein Ausdruck kann als Software mithilfe eines deterministischen endlichen Automaten
(DEA) implementiert werden. Ein DEA ist ein endlicher Automat, der kein Backtracking nutzt.
Die Textmuster, die von den ersten grep-Tools genutzt wurden, waren reguläre Ausdrücke im mathematischen Sinn. Auch wenn der Name geblieben ist, sind aktuelle reguläre Ausdrücke im Perl-Stil keine regulären Ausdrücke im mathematischen Sinn. Sie sind mit einem nicht deterministischen endlichen Automaten (NEA) implementiert. Alles, was ein normaler Entwickler aus diesem kleinen Artikel mitnehmen muss, ist, dass ein paar Informatiker in ihren Elfenbeintürmen sehr verärgert darüber sind, dass ihr wohldefinierter Begriff durch eine Technologie überlagert wurde, die in der realen Welt viel nützlicher ist.
Bei O’Reilly ist soeben das Reguläre Ausdrücke Kochbuch erschienen, aus dem dieser Textauszug entnommen ist.
In loser Folge erklären wir seltsam anmutende oder merkwürdige Begriffe aus dem Themenumfeld unserer Bücher.
Heute: Punktversion
Punktversion ist die deutsche Übersetzung des englischen Begriffs point release (auch dot release). Gemeint sind kleinere Releases innerhalb eines Software-Projekts, zu deren Kennzeichnung die Versionsnummer nur hinter dem Punkt erhöht wird – also zum Beispiel 3.5 als Update von 3.4 oder 2.3.2 als Update von 2.3.1. Neue Punktversionen bringen (im Gegensatz zu den „major releases“) oft nur kleinere Änderungen der Software mit sich, zum Beispiel die Bereinigung von Fehlern oder einzelne verbesserte Features.
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