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JavaScript
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JavaScript ist eine Skriptsprache, die hauptsächlich für das DOM-Scripting in Web-Browsern eingesetzt wird. Obschon nur ein Wort, ist umgangssprachlich unter JavaScript aber immer die Gesamtheit aus den Eigenschaften des Browsers (beziehungsweise Clients oder Scripting-Hosts) sowie des Document Object Models (DOM) und des Sprachkerns zu verstehen.
Der als ECMAScript (ECMA 262) standardisierte Sprachkern von JavaScript beschreibt eine moderne, schlanke, dynamisch typisierte, objektorientierte aber klassenlose Skriptsprache, die dennoch allen objektorientierten Programmierparadigmen unter anderem auch – aber eben nicht ausschließlich – auf der Basis von Prototypen gerecht wird. Obwohl im Grunde eine funktionale Skriptsprache, lässt sich in JavaScript sowohl prozedural als auch rein funktional bzw. objektorientiert programmieren.
[Bearbeiten] Entwicklung
Die Syntax von JavaScript ähnelt jener der C-Abkömmlinge, wozu auch Java gehört. Trotz der Namensähnlichkeit hat JavaScript außer der syntaktischen Ähnlichkeit nur geringe Gemeinsamkeiten mit Java, beispielsweise wird Objektorientierung in JavaScript anders als in Java nicht durch Klassen, sondern durch Prototypen unterstützt.
Von Brendan Eich ursprünglich für den Netscape Navigator entwickelt, finden sich mittlerweile in praktisch allen grafischen Browsern weitgehend kompatible JavaScript-Interpreter wie z. B. SpiderMonkey für Mozilla/Gecko oder der JScript-Interpreter von Microsoft. Teilweise erhebliche Unterschiede bei der Unterstützung von dynamischen Inhalten wie ActiveX waren Teil der Ursachen für den sogenannten Browserkrieg. Mittlerweile ist der Sprachkern von JavaScript unter dem Namen ECMAScript durch Ecma International standardisiert. Der in Java implementierte JavaScript-Interpreter Rhino wird ab Version 6.0 als Teil der Java-Laufzeitumgebung standardmäßig mitgeliefert.[1]
Von Eich ursprünglich „Mocha“ genannt, wurde die Sprache aus Marketinggründen erst in „LiveScript“ und letztendlich in „JavaScript“ umbenannt: Um dem damals aktuellen Java-Trend zu entsprechen, sollte mit LiveConnect eine Schnittstelle zwischen Java und „LiveScript“ entstehen, was sich im neuen Namen „JavaScript“ ausdrücken sollte.[2] „JavaScript“ ist eine Marke der Firma Sun Microsystems.[3]
Inzwischen hat sich die Sprache auch neue Anwendungsgebiete erschlossen. Unter anderem können z. B. PDF-Dokumente dadurch (ähnlich wie HTML) interaktiv verändert werden, und populäre Anwendungsprogramme wie Photoshop und InDesign lassen sich damit automatisieren. JavaScript wird auch gerne als Skriptsprache für Spiele eingesetzt, da der Sprachkern nur wenige Objekte enthält und dadurch der zur Ausführung von in JavaScript formulierten Skripten erforderliche Interpreter relativ klein gehalten werden kann.
Im Folgenden wird die Anwendung von JavaScript in DHTML behandelt.
[Bearbeiten] Überblick
JavaScript wird im Unterschied zu überwiegend serverseitig eingesetzten Sprachen wie zum Beispiel Perl oder PHP überwiegend clientseitig eingesetzt. JavaScript bzw. die ECMAScript-Implementationen finden jedoch beispielsweise auf Netscape Enterprise Servern (NES), und als JScript bzw. JScript.NET in einer ASP- bzw. ASP.NET-Umgebung auf Microsoft Internet Information Services auch serverseitig Anwendung. Weitere Beispiele für serverseitige Javascript-Programmierung sind POW und Jaxer, die auf der Mozilla-Javascript-Engine Spidermonkey aufsetzen.
Mit clientseitigem JavaScript können Inhalte generiert werden, deren Erscheinungsbild sich bei Nutzerinteraktion ändert – beispielsweise die Farbe eines Hyperlinks, während sich der Mauszeiger über dem Link befindet. Dadurch lassen sich Webseiten realisieren, die herkömmlichen Desktop-Applikationen in Funktionalität und Bedienungskomfort nicht nachstehen.
JavaScript wurde ursprünglich von Sun Microsystems und Netscape in Kooperation entwickelt. Trotz des ähnlichen Namens und einer ähnlichen Syntax ist JavaScript grundlegend verschieden von der Programmiersprache Java, die von Sun Microsystems stammt. Die Namensgleichheit erklärt sich wohl vor allem aus der Absicht, aus Marketinggründen eine Verbindung mit den damals sehr populären Java-Applets herzustellen. Die Syntax wurde auch aus diesem Grund weitgehend der von Java angeglichen.
Die ursprüngliche Grundfunktionalität von JavaScript ist heute als ECMAScript oder ECMA-262 standardisiert und wird von den meisten Browsern weitgehend unterstützt (JavaScript in der Version 1.5 entspricht ECMA-262 Version 3).
[Bearbeiten] Geschichte
| 18. September 1995 | Mit der Vorversion des Navigator 2.0 veröffentlicht Netscape einen Browser mit einer eingebetteten Skriptsprache, die zu diesem Zeitpunkt LiveScript heißt und von Brendan Eich entwickelt wurde. Die Sprache soll u. a. Formulareingaben des Benutzers vor dem Absenden überprüfen können. |
| 4. Dezember 1995 | Netscape und Sun Microsystems verkünden eine Kooperation. LiveScript soll als Scriptsprache direkt mit Java-Applets interagieren können. Sun Microsystems entwickelt die nötigen Java-Klassen, Netscape die JavaScript-Schnittstelle LiveConnect und benennt die Sprache in JavaScript um (JavaScript 1.0). |
| 29. April 1996 | Mit der ersten Beta-Version des Navigator 3.0 führt Netscape JavaScript 1.1 ein. Neu ist die Möglichkeit, auf Bilder zuzugreifen und so genannte Rollover-Grafiken zu erstellen. LiveConnect ist jetzt Bestandteil des Browsers. |
| Mai 1996 | Microsoft stellt mit der Beta-Version des Internet Explorer 3 seinen ersten JScript-fähigen Browser vor. Beginn des Browserkriegs. |
| 15. Oktober 1996 | Mit der Ankündigung des Netscape Communicators wird JavaScript 1.2 veröffentlicht. |
| 4. Juni 1997 | Der Netscape Communicator 4.0 mit JavaScript 1.2 erscheint. |
| Juni 1997 | Die „European Computer Manufacturers Association“ veröffentlicht ihren Standard ECMA-262 (ECMAScript), der zusammen mit Netscape entwickelt wurde und die Grundelemente einer Skriptsprache standardisieren soll. |
| 1. Oktober 1997 | Microsoft gibt den Internet Explorer 4 heraus, der den Sprachumfang von JavaScript 1.1 abdeckt. Darüber hinaus werden eigene Erweiterungen veröffentlicht, die zu Kompatibilitätsunterschieden zwischen Navigator und Internet Explorer führen und eine DOM-ähnliche Syntax zur Verfügung stellen, die es ermöglicht, auf alle Elemente der Webseite zuzugreifen und diese beliebig zu verändern. |
| 23. Februar 1998 | Die neue Mozilla Application Suite wird mit der Freigabe des Quelltextes des Netscape Communicators auf den Weg gebracht. |
| April 1998 | ECMAScript ist nun ISO-Norm: ISO/IEC 16262:1998 Information technology – ECMAScript language specification. |
| Juli 1998 | Eine Beta-Version des Netscape Communicators 4.5 wird veröffentlicht. JavaScript trägt nun die Versionsnummer 1.3. Erstmals zu finden war diese JavaScript-Version schon in der Version 4.06 des Netscape Communicators. |
| Oktober 1998 | Netscape stellt JavaScript 1.4 vor. Diese Version ist vollständig kompatibel mit ECMA-262. Ein Browser mit der Unterstützung dieser Version erscheint jedoc
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