Gehen Sie weiter, es gibt nichts zu sehen

Eine Woche, die irgendwie so dahin ging. War alles drin. Achterbahnfahrt, Ruhepausen, Erkenntnisse und große Schritte nach vorne.

Im Job ist es gerade ruhiger. Mir persönlich zu ruhig. Alles geht seinen Gang. Die Dinge laufen. Mir fehlt es, wenn nicht ordentlich Druck auf der Leitung ist.

Ich warte noch auf die offiziellen Zertifikate, Scheine, wie auch immer wir das nennen wollen, und dann kommen die neuen Add ons für den beruflichen Werdegang, die ich in den CV übernehmen kann. Und dann schauen wir mal, wie man das zu Geld machen kann.

Im Kopf lege ich gerade die aktuelle 5 Jahresplanung zurecht. Ein paar Dinge liegen noch im Nebel, aber er lichtet sich. Das Bild nimmt Klarheit an. Die Frage wird sein: bleiben, oder noch einmal die Wanderhure spielen. Oder vielleicht doch noch einmal den Plan B auf Plan A umstellen und abräumen. Wäre auch denkbar.

Persönliches Highlight war diese Woche dieser Mini-Shitstorm. Ich finde es immer wieder spannend was Menschen aus einer Aussage machen, bei der man sich nicht mal was dabei gedacht hat. Ich habe die Kommentare nicht gelesen. Für solche Scheiße habe ich einfach keine Zeit. Und auch keine Lust.

Ich habe so 2, 3 Themen wo ich ein bisschen was tun müsste. So für mich. Und auch die werde ich angehen. Es kommt die Zeit, wo ich einfach wieder mehr ich selbst sein kann.

Nächsten Monate um die Zeit komme ich aus meinem Urlaub zurück. Resturlaub abbauen. Rein in den Flieger und weg. Luftveränderung. Ich muss etwas anderes sehen, sonst werde ich irre. Alkoholische Erfrischungsgetränke und auch sonst einige Dinge machen, die einen mal auf ganz andere Gedanken bringen.

In dem Sinne. Haben Sie ein grandioses Wochenende. Und trinken Sie nicht mehr, als ich es tun würde.

Mörderer

Als ich den Job annahm, hatte ich eine gewissen Vorstellung davon, was mich erwarten würde. Viel Arbeit. Stress. Und emotionale Dramen.

Die Augenbrauen hob ich als ich das erste hörte, dass einige Kollegen in sozialen Medien beschimpft wurden. Weil Sie berufliche Profile und private Profile öffentlich hatten und man diese Zuordnen konnte.

Gestern beim Mittagessen, wurde es dann direkt. Es gibt einige Kollegen, die tatsächlich bereits Todesdrohungen bekommen hatten. 3 Stück von den 8 Anwesenden.

Hat was… weiß noch nicht, was ich dazu sagen soll, aber im ersten Moment… hat was.

Wem die Stunde schlägt

Flavor Fav hätte seine Freunde gehabt. Wahrscheinlich hätte er gewonnen. Sie erinnern sich an Public Enemy? Den Typen, der immer die Uhren um den Hals trug?

Wenn Sie heute sich im betrieblichen Umfeld bewegen oder auf irgendwelchen Veranstaltungen unterwegs sind, ist es immer wichtig, dass Sie, wenn Sie etwas zu sagen haben, erst die Arme heben und diese schütteln. Jeder muss die Rolex sehen. Dann verschränken Sie demonstrativ die Arme hinter dem Kopf und geben Ihre Meinung kund.

Das dürfen Sie machen, als wenn Sie in den sozialen Medien unterwegs sind. Einfach irgendwelches wirres Zeug von sich geben, ohne dafür eine Beweisführung antreten zu müssen. Einfach drauflos reden. Irgendwelche Anwesenden werden Ihnen immer Beifall spenden.

Blond, dunkle braune Augen, rote Lippen

Ich schaue auf die Telefonnummer. Ich schaue auf das Profilbild. Blond, die Haare etwas wild. Dunkle braune Augen. Dicke, rot geschminkte Lippen. Sie trägt eine schwarze Fleece-Jacke. Das Lächeln wie einstudiert. Damit könnte man es weit auf Instagram bringen.

Ich kenne die Telefonnummer. Ich kenne sie seit Jahren. Ich sitze da und schaue auf das Bild. Was für ein scheiß junges Dingelchen.

Ich schaue wieder auf die Telefonnummer. Dann auf das Bild.

Die Nummer gehörte meinem Freund. Es war die letzte Mobilfunknummer, die er hatte. Er starb vor 2 1/2 Jahren. Im Alter von 48 Jahren. Ich hatte die Telefonnummer nach seinem Tod nicht gelöscht. Ich hatte sie einfach in meinem Mobile gelassen. Keine Ahnung warum. Muss irgendwie nostalgische Gründe haben. Ich halte lange an Dingen fest. Meistens zu lange.

Gestern poppte die Nachricht auf. „XY ist jetzt auch auf Telegram“. Ich stutzte. Schüttelte Kopf. Schaute auf den hinterlegten Namen, der so gar nicht zu dem Profilbild passte, was da gezeigt wurde. Der Mobilfunkanbieter hat die Nummer jetzt wohl weiter gegeben. Und nun ist sie bei dieser jungen Frau gelandet.

So ist das Leben. Die Dinge gehen weiter. Es interessiert nicht, was ist, was mal war. Spielt keine Rolle. Es geht einfach weiter. Als werfe man einen kleinen Stein in den Fluss. Es gibt kurz Wellen und dann geht einfach weiter.

Löwenzahn

Löwenzahn ist wie der Zweifel. Er sucht sich seinen Weg durch den Beton. Langsam. Nutz jeden Spalt als Punkt, sich durchzuarbeiten. Setzt sich fest und nach einiger Zeit, schafft er Risse.

Geschichten haben Oberflächen. Eine Maserung. Wie Holz. Das Gehörte, gleicht den Fingern, die über diese wandern. Manchmal wird der Finger hin und her geführt , aber in Summe der Struktur folgend. Und wenn Sie ein gutes Gespür haben, könne Sie fühlen, wo der Schreiner etwas ausgetauscht oder bearbeitet hat. Wo die Dinge zu sein scheinen, aber es nicht sind.

Es sind die, die Teile einer Geschichte, die Sie kennen. Die Frage ist immer: Welche Information habe ich nicht. Was schließt die Lücken?

Und dann, wenn die Risse im Beton da sind, kommt der Löwenzahn mit all seiner Macht. Setzt sich fest und wird größer. Wie ein Monster. Es nimmt immer mehr Raum ein.

Und am Ende… dominiert er alles.

Dialoge [M.] – Guter Bordeaux

„Fertig!“

„Was ist fertig?“

„Ich habe meine Annahme niedergeschrieben. Wie immer. Ich treffe eine Annahme. Und diese Annahme, werde ich in der Zukunft überprüfen. Ich will wissen, ob ich richtig gelegen habe.“ Ich freue mich. Lege den Kopf schief. Ich bin zufrieden.

„Ich bin mir nicht sicher, ob das sinnvoll ist, mein Lieber?“

„Was man schwarz auf weiß hat, kann man getrost nach Hause tragen.“ Ich lächele. „Am Ende läuft es auf eine Sache hinaus.“

„Ja, ich weiß…“ Er seufzt und verdreht die Augen. Gefolgt von einem tiefen Ein- und Ausatmen.

Ich lehne mich zufrieden zurück. Selbstzufrieden. Ein leicht zynisches Lächeln geht über meine Lippen.

„Ich weiß, was dann passiert.“ Er schaut auf das Buch mit dem Notizen. Dann wieder zu mir. „Das wird desillusionierend werden.“ Sein Finger tippt auf den Umschlag des schwarzen Notizbuches. Er streicht einmal über die Hülle, tippt zweimal darauf und schaut wieder zu mir.

„Ja, wahrscheinlich. Mittlerweile drängt sich der Gedanke auf.“

„Ja, ein Fehler ist kein Bordeaux, der besser wird mit der Zeit, wenn man ihn liegen lässt. Aber man neigt dazu.“ Er seufzt.

„Ja, vor allem wenn man ihn selbst begangen hat und die Konsequenzen weitreichend sind.“

Dialoge [M.] – Passgenauigkeit

„Du schaust so skeptisch?“

„Ja“, antworte ich. Kurz. Knapp. Pointiert. „Ja, das tue ich. Weil… es passt nicht ganz zusammen.“

„Tatsächlich?“

„Tatsächlich!“ Ich schaue auf die Teile des Puzzles, die vor mir liegen.

„Und was genau ist Dein Problem?“ Der Tonfall ist interessiert und er zieht die Augenbrauen hoch.

„Das sind Stücke dabei, die nicht zum Bild auf dem Karton passen. Das Bild scheint größer zu sein. Als hätte man den Rahmen weggelassen, als man die Kartonage gedruckt hat.“

„Und?“

„Ich mag das nicht!“

Urlaubsbeschränkungen

Wenn Sie sich eine Unterkunft suchen, für Ihren Urlaub und in den AGB explizit erwähnt wird, dass die Unterkunft nicht für gewerbliche Performance-Aufnahmen genutzt werden darf.

Irgendwas ist ja immer.

Labyrinth

Manchmal ist der Impact dermaßen groß, dass man den Kontakt nach einem Bedürfnis verliert. Und dann rennt man wie in einem Labyrinth herum und versucht es wieder zu finden. Und es funktioniert nicht, weil was damit verbunden war, wie eine brennende Zigarette ausgetreten wurde.