Anne Goldmann-Stipendium 2025 vergeben

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Das mit 3000 € dotierte Anne Goldmann-Stipendium 2025 erhält
Corinna Kraft für ihr aktuelles Romanprojekt ›Flecken‹.

Corinna Kraft: Flecken

Der Aufschlag:
Anruf im Morgengrauen. Tilda Feld wird als Pflichtverteidigerin bestellt.

„Ein Tötungsdelikt. Tatverdächtige weiblich. Sie hat uns selbst angerufen.“
Tötungsdelikt.
Als wäre das Wort aus dem StGB zu mir in die Wohnung getreten … und ich stehe hier im Bademantel. Ich stütze mich mit der linken Hand an der Wand ab. Shit. Das bedeutet Presse im Gericht, Kameras, Interviewanfragen. Andere Verteidigerinnen und, um ehrlich zu sein, besonders Verteidiger lieben es, wenn sie 17 Sekunden im Hamburg Journal zu sehen sind. Ich hingegen möchte rennen bei dem Gedanken, mich hinter einer der Säulen im Strafjustizgebäude verstecken. Mist. Warum ist nicht jemand anderes rangegangen? Eine, die das kann. Eine, die sich nicht am Tisch festkrallt beim Plädoyer, eine, die keine Flecken im Gesicht kriegt.

Das Projekt: Tildas neue Mandantin hat ihren Ehemann erstochen und ist verstummt. Auf den ersten Blick scheint Corinna Krafts Flecken ein Gerichtskrimi mit klassisch feministischer Themen- und Figurenwahl. Doch das Vorhaben der Autorin ist komplexer. Ihre Ich-Erzählerin kämpft auf mehr als einer Ebene um Artikulation genau jener sprachlos machenden Gewalt, die öffentlich unsichtbar bleibt, obwohl sie quer durchs soziale Gefüge erschreckend viele Alltage prägt. Tildas Kompetenz, ihre Kraft, ihr klares Auftreten sind auf verschiedenen Schlachtfeldern mühsam errungen. Auch unter den polierten Oberflächen der Prestigekanzlei lauern soziale Gefälle, blühen Selbstzweifel. Durch scheinbar harmlose Alltagsszenen sickern Machtverhältnisse ins Blickfeld, leise, unbehaglich. Im Rechtswesen wie in der Häuslichkeit sind Routinen und Rituale durchtränkt von Erwartung, Scham, Versehrung. Doch es gibt auch Erkennen, Aufbegehren, Mut und Verbündete: eine empathisch angelegte, packend erzählte Gesellschaftskritik, die scharf hinschaut – und Hoffnung macht.

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Die Autorin: Corinna Kraft ist zwischen nordhessischen Hügeln aufgewachsen. Mittlerweile bringt sie in Hamburg-Jenfeld ihren Schüler:innen Englisch und Spanisch bei, ebenso wie kreatives Schreiben und nicht gegen Türen zu treten. In ihren Texten verarbeitet sie eigene Gewalterfahrungen und deren Nachwirkungen. Bei der Nordtext 2023 hat Wolfgang Hörner vom Galiani Verlag sie motiviert, ihre autofiktionalen Fragmente zu einem Romanprojekt auszuweiten. Daran arbeitet sie seit 2024 in Astrid Ules Meisterklasse am Schreibhain und hat erste Auszüge daraus auf der artspring Berlin präsentiert. Wenn sie nicht gerade schreibt, engagiert sie sich für feministische Politik oder bringt ihren Katern Tricks bei.

Anerkennungspreis:

Schon bei Veröffentlichung der SHORTLIST im Oktober haben wir betont, wie hoch das Niveau der eingegangenen Texte war – und wie gern wir die Mittel hätten, viel mehr Romanprojekte zu fördern! Es gibt so viele Autorinnen mit Ideen und Können, die mit im weitesten Sinne kriminalliterarischen Projekten auf die drängenden Fragen unserer Zeit reagieren, und was brauchen wir in diesen gefährlichen Zeiten dringender als mitreißende, gute Erzählungen? – Darum vergeben wir in diesem Jahr zusätzlich zum Stipendium mehrere Anerkennungspreise. Je 500 € gehen an drei Autorinnen mit besonders verheißungsvollen, starken und mutigen Projekten: Hannah Essing für Heimweh,
Judith Gridl für Alles gelogen und Aiga Kornemann für Scholle 14.

Hannah Essing – Heimweh

Das Projekt: Wie unterschiedlich sich eine schicke moderne Wohnsiedlung anfühlen kann: Während ihr Liebster hier zunächst aufblüht, ist der neue Lebensmittelpunkt für Ich-Erzählerin Beck eher stressig, der reinste Präsentierteller. Und bald bemerkt sie nächtliche Aktivitäten, die ihr Unbehagen verstärken. Dann geschieht ein Unglück – oder hat da jemand nachgeholfen? Mit stetig wachsender Spannung verdichtet die Autorin Fragen um soziale Mobilität, Umfeld und Erfolgsverheißungen zu einem zugstarken Thriller, der brandaktuelle Themen aufgreift (reaktionäre Rollenbilder, Vereinzelung, Korrumpierbarkeit durch Unsicherheit, Klasse). Die starke Personenzeichnung, die passionierte Kritik an Schubladendenken und die souverän und packend erzählte Story machen unbändig Lust aufs Weiterlesen.

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Die Autorin: Hannah Essing ist ein echtes Ruhrpottkind, doch zum Studium zog es sie in die Ferne. Nach einigen Stationen im Ausland lebt sie nun mit ihrem Verlobten und ihrer Katze in Bonn. Ihre Kurzgeschichten und Lyrik wurden bereits in mehreren Literaturmagazinen veröffentlicht. Ihr Debütroman, ein Zypernkrimi, erschien 2024 bei Ullstein, 2025 folgte der Thriller Dein Heimweg. 2024 war sie Gewinnerin des Nachwuchspreises „Harzer Hammer“.

Judith Gridl – Alles gelogen

Das Projekt: Die Geschichte der unversicherten prekären Gastarbeiterin Olga liest sich auf Anhieb dreckig und noir. Wagemutig, grotesk, ungeschönt setzt die Autorin verdrängte Realität in Szene. Zeigt konkretes gegenwärtiges Elend und inhumane Arbeitswelt aus Sicht einer jungen Russin ohne Papiere. Die Sprache kratzbürstig, ungefällig, ohne Pathos, aber zudringlich: Erzählen von unten ohne Aufgesetztheit, in der Tradition von Zola, Cody und Gercke. Die forsch ausgereizte Stimmungsskala von staubtrocken bis abstoßend, dazu rotziger Selbsterhaltungshumor – eine gelungene Zumutung. Und die unzuverlässige, auch unbequeme Perspektive der migrantischen Außenseiterin, die sich keineswegs als Opfer sieht, sägt mit Verve an herrschenden Diskursen. Ein tolles Romanvorhaben.

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Die Autorin: Judith Gridl, aufgewachsen im bayerischen Niemandsland an der Grenze zu Österreich, fand früh ihren Fluchtpunkt in der Literatur. Unter einem alten Birnbaum las sie sich durch fremde Welten und lernte dabei, genau hinzusehen. Nach einem Jurastudium in München führte ihr Weg über Paris, wo sie das journalistische Handwerk erlernte, nach Berlin. Als TV-Journalistin schärfte sie ihren Blick für Geschichten, die unter der Oberfläche liegen, für Machtverhältnisse und die Brüche im scheinbar Selbstverständlichen. Diese investigative Neugier prägt auch ihr Schreiben. Heute arbeitet Gridl als Autorin, Drehbuchautorin und Journalistin und betreibt mit Klaus Rathje den Podcast „Berliner Zimmer“.

Aiga Kornemann – Scholle 14

Das Projekt: Was kann Erdie, gealtert, schüchtern und heimlich humorvoll, jetzt noch tun, um sich durchzubringen? Einstweilen hängt sie ein Zimmer frei-Schild ins Fenster „ihres“ Kiosks. Das ruft Ingrid auf den Plan, die ganz anders ist, aber auch in der Klemme steckt, und Rosa, die nicht mal einen Schlafplatz hat: Drei Frauen um die 60, leicht gestört, ungesellig, pleite und vertrauensgeschädigt. Raufen sie sich zusammen, oder lassen sie sich vom teils gewaltbereiten Umfeld aus dem abgeranzten Viertel drängen? Ein federleicht erzählter, doch nie flacher Cosy-Krimi, der ohne Gutbürger und Wohltemperiertheit auskommt, unplakativ Geschlecht und Armut thematisiert und Menschen das Wort erteilt, die sonst im Schatten bleiben. Die Figuren wirken so lebendig, dass sie schier aus dem Text springen. Es geht um Stadtteilleben, alte Frauen, Klasse und Prekariat, um Zusammenarbeit und Solidarität. Authentisch, unterhaltsam, augenzwinkernd.

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Die Autorin: Aiga Kornemann ist im Weserbergland geboren und hat sich, nach bunten Jahren jenseits der Provinz, in Ostwestfalen verwurzelt. Dort Ausbildung und Redaktion in einer unabhängigen Wochenzeitung, Zwischenstopp Text und Konzept in einer Werbeagentur, seit 2004 selbständig. Hätte lukrativer sein können, lockte da nicht das Theater, die Lesebühne, das Hörspiel, die freie Kultur. Für die Bonusjahre 60+ hat [aigiko] sich vorgenommen, von einer Halbtagsautorin mit digitalem Schreibraum ›Kollega!‹ zur hauptberuflichen Schriftstellerin zu reifen. Wann, wenn nicht jetzt? ›Scholle 14‹ ist ihr erster Cosy Crime.

Glückwunsch an alle vier Autorinnen! Möge es euch gelingen.

Heute ist der Geburtstag von Anne Goldmann, die uns schmerzlich fehlt, und nun fehlt uns auch noch Doris Gercke. Aber sie beide haben dies hier überhaupt ermöglicht. Und sie beide würden wollen, dass diese und viele weitere Romanprojekte zu starken Büchern werden. Das wollen wir auch.

HERland

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Shortlist zum Anne-Goldmann-Stipendium

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Zeit zum Schreiben?

In diesem Jahr lobt das Autorinnennetzwerk HERland zum zweiten Mal das Anne-Goldmann-Stipendium aus.

Die Gesamtzahl der Einsendungen ist deutlich gestiegen: 120 Autorinnen bewarben sich um das Stipendium. Zugleich ist das Niveau der eingegangenen Romanprojekte enorm hoch, die Trefferquote geradezu frappierend.

Erbeten haben wir Texte, die den Blick weiten, das Denken anregen, sich an Themen wagen, die nicht einfach sind, vom Leben handeln, echte Menschen sichtbar machen – am liebsten solche, die nicht wohlaufgehoben sind, die oft im Schatten bleiben, die es schwer haben –, Verhältnisse zeigen, packend und empathisch erzählen, spannend und geschmeidig zu lesen sind. Sprachlich starke Romanprojekte, die sich gegen das unheilvolle Schwarzweißdenken stemmen, den Widersprüchen mit Komplexität gerecht werden und den Menschen mit Respekt.

Die absolute Mehrheit aller Einsendungen hat all diese Kriterien erfüllt! Das ist ein überwältigend klares Zeichen dafür, wie dringend mehr Support für relevante Spannungsliteratur gebraucht wird – die Ideen sind da, das Können auch, die Autorinnen warten nur darauf, erzählerisch auf die drängenden Fragen unserer Zeit zu reagieren.

Die formale Bandbreite ist enorm: Cozy Crime, Whodunnit, Tiefdunkles, Domestic-, Country- und Urban-Noir, Kinderkrimi und Young Adult, alle Schattierungen von Thriller, historische Stoffe, Gegenwärtiges, Near-Future und Science-Fiction, Fantastik, Experimentelles. Fast ausnahmslos sind Themen und Figuren von aktueller Brisanz. Es ist uns nicht leichtgefallen, die vielen starken Einsendungen auf eine konsensuelle Shortlist einzugrenzen – und die umfasst immer noch über ein Dutzend Projekte!

Hätten wir die Mittel, wir würden am liebsten jedes der folgenden 13 Romanprojekte mit dem Anne-Goldmann-Stipendium fördern. Jedes davon ist relevant und packend, handelt von Wirklichkeit, geht Wagnisse ein, reißt mit und begeistert. Jedes davon sollte eigentlich ein Buch werden, das wir ganz lesen können. Ja, solche Erzählungen braucht es jetzt.

Shortlist zum Anne-Goldmann-Stipendium 2025 (alphabetisch):

–        Lara Adam: Refuznik
–        Charlotte Bohning: Die Schnitzeljagd
–        Diana Doppelbauer: Resi Retard
–        Hannah Essing: Heimweh 
–        Annette Freudling: Tiger im Kreis
–        Sandra Freygarten: Vantablack
–        Judith Gridl: Alles gelogen 
–        Beate Hanika: Die vergessenen Früchte des Feigenbaumes
–        Ursula Knoll: Das Loch
–        Aiga Kornemann: Scholle 14
–        Corinna Kraft: Flecken
–        Eva Kranenburg: Wer ist Rena?
–        Slata Roschal: Und Tote werden auferstehen unverweslich


Die Jury fürs Anne-Goldmann-Stipendium ist in diesem Jahr sechsköpfig und besteht aus Monika Geier, Uta-Maria Heim, Else Laudan, Christine Lehmann, Nikola Anne Mehlhorn und Sophie Sumburane. Jedes einzelne Jurymitglied hat sämtliche Einsendungen geprüft.

Ein wehmütiger Dank geht posthum an unsere Ehrenvorsitzende Doris Gercke, beim letzten Mal noch aktiv in der Jury, die am 25. Juli starb und uns bitter fehlt, aber noch mit einer ihrer letzten Taten sicherstellte, dass wir das Stipendium nun erneut vergeben können.

Großen Dank auch an Gudrun Lerchbaum, die liebevoll die Betreuung und koordinierende Aufbereitung der 120 Einsendungen übernommen und damit der Jury das Arbeiten erst ermöglicht hat.

Unsere Jury tagt nun weiter, um bis zu Annes Geburtstag am 15. November über die endgültige Vergabe des Anne-Goldmann-Stipendiums 2025 zu entscheiden.

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»Der Widerspruch zwischen der Lebensleistung der Frauen und ihrem gesellschaftlichen Ansehen ist gewaltig. Er ist älter als alle Klassengesellschaften und wird erst aufgelöst werden können, wenn Klassengesellschaften nicht mehr existieren.«
Doris Gercke bei HERland

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Wir trauern um Doris Gercke

Unser HERLand-Gründungsmitglied Doris Gercke starb am 25. Juli 2025 mit 88 Jahren.

Doris Gerckes Verdienst um den deutschen Krimi ist gar nicht hoch genug einzuschätzen. Sie hat ihn Ende der 80er Jahre politisch gemacht mit ihrem scharfen Blick auf die Lügen und Zwänge unserer Gesellschaft und ihrer präzisen, trockenen Sprachkunst.

Geboren wurde Doris Gercke am 7. Februar 1937 in Greifswald als Kind einer Arbeiterfamilie, die 1949 nach Hamburg flüchtete. Da ihre Eltern das Schulgeld nicht aufbringen konnten, musste sie 1954 das Gymnasium verlassen und machte eine Ausbildung zur Verwaltungsbeamtin. Von der Geburt ihres zweiten Kindes an arbeitete sie als Hausfrau und Mutter. 1980 holte sie per Begabtenabitur ihren Schulabschluss nach und studierte Jura, um Strafverteidigerin zu werden. Nach dem Examen entschied sie sich jedoch, inspiriert von Chandler und Sjöwall/Wahlöö, fürs Schreiben von Kriminalliteratur.

Ihr erstes Buch »Weinschröter, du musst hängen« erschien 1988 im Galgenberg-Verlag und befasst sich – ihre Worte – mit dem »zerrütteten Verhältnis zwischen Männern und Frauen«. Ein Krimi, der ihr nicht nur Lob, sondern auch Anfeindungen einbrachte und dessen eigenbrötlerische Ermittlerin Bella Block fortan zur Ikone wurde (17 Kriminalromane bis 2012). Zwischen 2002 und 2016 entstand zudem die Trilogie um Ex-Anwältin Milena Prohàska. 1991 erhielt Doris Gercke den Schwedischen Krimipreis (international) und 2000 den Glauser Ehrenpreis des Syndikats für ihr Gesamtschaffen. Für sie war Krimi ganz klar »eine Kunstform. Kunst hat etwas mit Abbildung von Wirklichkeit und Wahrhaftigkeit zu tun. Je wahrhaftiger ein Krimi ist, desto besser finde ich ihn.« Doris Gercke verfasste auch Romane anderer Genres, Kurzgeschichten, Hörspiele und Lyrik. Zuletzt erschien 2022 von ihr der chronistische Kriminalroman »Die Nacht ist vorgedrungen«.

Politisch war sie immer: eine kerzengerade Antifaschistin, die kompromisslos Position bezog gegen Krieg und Kapitalismus und gegen das Patriarchat. Sie war Mitglied im P.E.N.-Zentrum Deutschland und beim Verband deutscher Schriftsteller*innen. 2015 gründete sich mit ihr und bei ihr, in ihrem Haus in Natendorf, die feministische Krimiautorinnenvereinigung HERland.

Auf ihre selbstbeherrschte, illusionslos lebenskluge Art, mit ihrer phänomenalen Belesenheit und ihrem radikal unbestechlichen Blick auf die Verhältnisse war Doris uns im HERlandkreis zugleich Maßstab und herzlich zugewandte Mitschwester. Aus gutem Grund wählten wir sie 2023 spontan zu unserer Ehrenvorsitzenden.
Wir werden sie immer vermissen.



Die Bücher von Doris Gercke:

  • Die Nacht ist vorgedrungen. Ariadne bei Argument, Hamburg 2021
  • Frisches Blut. Deutsche Geschichten. Ariadne bei Argument, Hamburg 2018
  • Wo es wehtut. Ein Milena-Proháska-Krimi. Haymon, Wien 2016
  • Königin der Insel. Hoffmann und Campe, Hamburg 2015
  • Zwischen Nacht und Tag. Hoffmann und Campe, Hamburg 2012
  • Tod in Marseille. Hoffmann und Campe, Hamburg 2010
  • Pasewalk. Eine deutsche Geschichte. Hoffmann und Campe, Hamburg 2009
  • Schweigen oder Sterben. Hoffmann und Campe, Hamburg 2007
  • Georgia. Hoffmann und Campe, Hamburg 2006
  • Schlaf, Kindchen, schlaf. Ullstein, München 2004
  • Beringers Auftrag. 2003 / Neuaufl. 2016 bei Haymon.
  • Milenas Verlangen. 2002 / Neuaufl. 2016 bei Haymon.
  • Duell auf der Veddel. Ein Krimimärchen. Hamburger Abendblatt 2001
  • Bella Ciao. Ullstein, München 2002
  • Die schöne Mörderin. Ullstein, Berlin 2001
  • Die Frau vom Meer. Hoffmann und Campe, Hamburg 2000
  • Der Tod ist in der Stadt. Hoffmann und Campe, Hamburg 1998
  • Für eine Hand voll Dollar. Jugendbuch. Elefanten Press 1998
  • Eisnester. Gedichte. Hoffmann und Campe, Hamburg 1996 
  • Dschingis Khans Tochter. Hoffmann und Campe, Hamburg 1996
  • Auf Leben und Tod. Hoffmann und Campe, Hamburg 1995
  • Ein Fall mit Liebe. Hoffmann und Campe, Hamburg 1994
  • Kein fremder Land. 1993 / Neuaufl. 2003 bei Edition Nautilus.
  • Versteckt. Ein Kinderkrimi. Espresso/Elefanten Press, Berlin 1993
  • Kinderkorn. Verlag am Galgenberg, Hamburg 1991
  • Die Insel. Verlag am Galgenberg, Hamburg 1990
  • Der Krieg, der Tod, die Pest. Verlag am Galgenberg, Hamburg 1990
  • Moskau meine Liebe. Verlag am Galgenberg, Hamburg 1989
  • Nachsaison. Verlag am Galgenberg, Hamburg 1989
  • Weinschröter, du mußt hängen. Verlag am Galgenberg, Hamburg 1988.

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Hörtipp: Klagenfurt und – ist der feministische Kriminalroman das Genre der Zukunft der Literatur?

Orte und Worte:
Mit Sophie Sumburane auf dem Campus am Neuen Palais in Potsdam

Mit Krimis hat Sophie Sumburane es in den Bachmannwettbewerb in Klagenfurt geschafft, in diese altehrwürdige Show der Literaturkritik, wo 14 Autorinnen und Autorinnen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz gegeneinander um die Wette lesen. Sophie glaubt sogar, dass sie die erste Krimi-Autorin überhaupt sein könnte, die teilnimmt.

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HERlanderin Sophie Sumburane spricht in diesem rbb-Podcast mit Nadine Kreuzahler über das Leben, über Geschlechter und Alltagsrassismus, Denken, Fühlen und Schreiben. Es geht um Verbrechen und Gesellschaft, um Literatur, das Netzwerk HERland und feministische Krimis.
»Den Kriminalroman so revolutionieren, dass Frauen ihn nicht nur gern lesen, sondern sich auch darin wiederfinden. (… Der Versuch,) die Realität so abzubilden, wie sie ist.«
Es geht in diesen 45 Minuten auch um aktuelle Veränderungen, das »Verschieben der roten Linien«, Politik, Krisen und Krieg. Und die immer wieder zu stellende Frage, »warum Menschen so unreflektiert sind« …

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Hört es euch an, Sophie hat viel zu sagen. Nicht zuletzt über die Weltlage und »wahre Literatur«.

Link: https://www.rbb-online.de/podcasts/orte-und-worte/episoden/orte-worte-ep114.html

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HERlanderinnen kurz vorgestellt

Das bevorstehende HERland AllStars Literaturfestival ist ein Projekt der silent green Film Feld Forschung gGmbH. Gefördert durch die Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt. Zum Programm geht es hier: Festivalprogramm 04.-06. Juli 2025

Über die HERlanderinnen:

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Anne Kuhlmeyer,
Jahrgang 1961, Medizinstudium in Leipzig, hat zwanzig Jahre als Anästhesistin, Rettungsmedizinerin, Schmerztherapeutin in Kliniken und Selbständigkeit gearbeitet. Nach einigen Zwischenstationen lebt sie heute im münsterländischen Coesfeld und ist ärztliche Psychotherapeutin. Liest (viel), schreibt Kriminalromane und Sachen, die sich nicht sortieren lassen, dichtet und fotografiert, betreibt (manchmal) einen Blog, ist Redakteurin bei CULTurMAG und HERland. Und lernt (immer).

Christine Lehmann,
geboren 1958 in Genf als Tochter einer Schriftstellerdynastie, wollte schon mit vierzehn Schriftstellerin werden, machte vernünftigerweise trotzdem Abitur, studierte in Stuttgart Literaturwissenschaften und Kunstgeschichte und promovierte über den Tod von Ehebrecherinnen im bürgerlichen Roman. Sie war viele Jahre Nachrichtenredakteurin beim SWR. Anfang der 1990er begann sie Kriminalromane zu schreiben. Besonders bekannt ist ihre Reihe um die subversive feministische Journalistin Lisa Nerz (jetzt 13 Romane, zuletzt Alles nicht echt), außerdem schreibt sie Kriminalhörspiele, Kurzkrimis, Glossen und Artikel und führt ein Fahrrad-Blog. Sie lebt in Stuttgart und Wangen (Allgäu) und hat als Stuttgarter Stadträtin neun Jahre lang grüne Politik gemacht.

Doris Gercke,
geboren 1937 in Greifswald, zog 1949 mit ihrer Familie nach Hamburg um und schloss nach der Schule eine Lehre zur Verwaltungsbeamtin ab. 1957 heiratete sie, bekam zwei Kinder und war eine Weile Hausfrau. In einem anderen Leben wirkte sie 1967 in der Apo mit und trat 1970 der KP bei. 1980, nach einem Begabten-Abitur, studierte sie Jura mit „Befähigung zum Richteramt“. Nach einem einjährigen Studienaufenthalt in Moskau verfasste sie 1986 ihren ersten Roman Weinschröter du musst hängen. Seitdem ist sie Schriftstellerin. Doris Gercke schreibt Kriminalromane, Romane, Drehbücher, Gedichte und Kurzgeschichten, bringt schreibende und politische Menschen zusammen, ist Mitgründerin und Ehrenvorsitzende von HERland und hält eisern am widerständigen Denken fest.

Doris Hermanns,
1961 in Bardenberg bei Aachen geboren, hat 25 Jahre als Antiquarin in den Niederlanden gelebt. Nach 6 Jahren als Angestellte in einem Antiquariat in Utrecht übernahm sie das Antiquariat Vrouwenindruk (Bücher von und über Frauen) in Amsterdam, das sie später nach Utrecht umzog. Seit 2015 lebt sie in Berlin. In ihrem gesamten Schaffen steht die Sichtbarmachung von Frauen und ihrem Werk im Vordergrund, dabei hat sie sich auf Biographien spezialisiert und schreibt regelmäßig Porträts für femBio.org. Sie ist eine unermüdliche BücherFrau, Redakteurin der Virginia Frauenbuchkritik, Autorin und Herausgeberin zahlreicher Anthologien, Sachbücher und Romane sowie Übersetzerin aus dem Niederländischen und Englischen. 2021 wurde sie als BücherFrau des Jahres ausgezeichnet.

Else Laudan,
geboren 1963 in Berlin, flog mit 16 von der Schule, machte eine halbe Lehre als Maschinenschlosserin und alles mögliche. Ab 1988 Soziologiestudium in Hamburg & erste Praxis als Übersetzerin, ab 1989 Lektorin fürs Ariadne-Programm im Argument Verlag, den sie seit 1997 leitet. Laudan verlegt hochkarätige politische Spannungsromane, macht sich für feministische Kultur und Bündnisse stark und übersetzt akribisch werktreu und mit Hingabe aus dem Englischen. Ihre Leidenschaften sind politische Krimis, feministisches Erzählen, Übersetzung, Vernetzung und kulturelle Einmischung. Sie begründete das HERland-Netzwerk mit sowie das Aktionsbündnis „Verlage gegen Rechts“ und die Liste unabhängiger Verlage Hamburg. Verschlingt immerzu gute Krimis und redet gern.

Gudrun Lerchbaum
wuchs in Wien, Paris und Düsseldorf auf. Während einer unsteten Schullaufbahn und des anschließenden Studiums der Architektur und Philosophie sammelte sie Erfahrungen in zahllosen Jobs, unter anderem als Lagerarbeiterin, Grafikerin, Kellnerin, Sekretärin und Plakatkleberin, und arbeitete nach Abschluss des Studiums als Architektin. Neben ihrer Arbeit und den beiden inzwischen erwachsenen Töchtern engagierte sie sich für geflüchtete Mädchen. Zwischen 2015 und 2025 erschienen sechs Romane unterschiedlicher Genres. Lerchbaum erhielt diverse Auszeichnungen, zuletzt das Arbeitsstipendium der Stadt Wien für das Jahr 2024. Sie ist vielfältig vernetzt und engagiert und lebt als freie Schriftstellerin in Wien.

Katja Bohnet
war Pazifistin, bevor sie mit dem Schreiben von Krimis begann. Ihren ersten Mord verübte sie mit einundvierzig, davor eignete sie sich in einer Arztpraxis und einer Anwaltskanzlei nützliche Kenntnisse an. Das Philosophiestudium half ihr wenig, aber es machte sich gut in ihrem Lebenslauf. Besser als ihr Job als Barkeeperin, schlechter als ihre Arbeit als TV-Moderatorin beim WDR. Sie erlernte mehrere Sprachen, die sie überall auf der Welt ausprobierte, spielte ein paar Instrumente, Tischtennis, Theater und manchmal auch verrückt. Sie lebte in den Staaten, wo sie sich dem Clogging verschrieb. In Frankreich las sie Flaubert und aß ihre erste Madeleine. Sie nannte keines ihrer Kinder so. Derzeit lebt sie unter dem Einfluss elektronischer Musik mit ihrer Familie irgendwo zwischen Frankfurt und Köln.

Kirsten Reimers
studierte in Göttingen, Hamburg und Gießen Germanistik und Geschichte und hat in Gießen in Neuerer deutscher Literatur promoviert. Seit über zwanzig Jahren ist sie als freie Kritikerin mit Schwerpunkt Krimi für verschiedene Medien tätig, außerdem als Lektorin und Übersetzerin vor allem von Kriminalromanen (u.a. die neueren von Val McDermid). Sie ist derzeit Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Magdeburg und arbeitet an ihrer Habilitationsschrift. Zudem ist sie ehrenamtlich die Sprecherin und Organisatorin der Jury des Deutschen Krimipreises.

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Merle Kröger,
geboren in Plön/Schleswig-Holstein, lebt und arbeitet als Schriftstellerin, Drehbuchautorin und Dramaturgin in Berlin. Sie war 1992–1999 Mitglied der Berliner Gruppe dogfilm, seit 2001 von pong Film. Sie ist Co-Autorin von Philip Scheffners preisgekrönten Kino-Dokumentarfilmen wie Der Tag des Spatzen, Revision und Havarie. Merle Kröger hat bisher 5 Hybridkrimis/Spannungsromane veröffentlicht: Cut!, Kyai!, Grenzfall, Havarie und Die Experten. Ihre Romane wurden vielfach ausgezeichnet, u.a. als Bester Krimi des Jahres sowie mit dem Radio-Bremen-Krimipreis und dem Deutschen Krimipreis.

Monika Geier,
geboren 1970 in Ludwigshafen am Rhein, studierte Architektur, erwarb ein Diplom, verfasste Kriminalromane, Hörspiele, eine Zeitungskolumne und einen selbst illustrierten Giftpflanzenratgeber. Sie erfand die alleinerziehende „Halbzeitkommissarin“ Bettina Boll, die im Zentrum von bisher acht Romanen steht und hymnische Kritiken erhält. Für ihr Debüt Wie könnt ihr Schlafen bekam Monika Geier gleich den Marlowe der Raymond-Chandler-Gesellschaft, für Alles so hell da vorn (2018) und für Antoniusfeuer (2023) jeweils den Deutschen Krimipreis. Sie lebt mit drei Söhnen in einem großen alten Haus in der Südwestpfalz und schreibt vor allem Romane und Hörspiele.

Nikola Anne Mehlhorn
studierte Instrumentalmusik i​n Hannover, Essen und Köln, hatte Engagements beim Sinfonieorchester d​es MDR, dem Saarländischen Staatstheater, d​er Philharmonia Hungarica sowie anderen Kulturorchestern. 2007/08 studierte sie Kultur- und Medienmanagement a​n der Hochschule für Musik ​und Theater Hamburg, von 2008 bis 2023 Tätigkeit a​n der Universität Hamburg (Universitätsmusik), seit 2024 freie Schriftstellerin. 1995 begann sie literarische Werke zu veröffentlichen, für die sie diverse Auszeichnungen erhielt, u.a. den Hamburger Literaturförderpreis, Hebbelpreis, Stipendien in New York und Berlin sowie für ihr aktuelles Projekt den Anerkennungspreis des Anne-Goldmann-Stipendiums von HERland. Die Mutter zweier Kinder lebt mit ihrer Familie i​n Kronprinzenkoog und ist Mitglied im Pen Berlin, der Hamburger Autorenvereinigung sowie dem VS – Verband deutscher Schriftstellerinnen.

Sophie Sumburane
geboren 1987 in Potsdam, studierte Germanistik und Afrikanistik an der Universität Leipzig sowie am Deutschen Literaturinstitut Leipzig und promoviert an der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt über forensische Linguistik. Sie lebt mit ihrer Familie in Potsdam, arbeitet als freie Autorin und Kulturredakteurin und ist Mitglied beim Schriftstellerverband und dem Verein LitProm. Sie ist Autorin mehrerer Kriminalromane, zuletzt „Tote Winkel“ (Edition Nautilus), schreibt für verschiedene Medien und engagiert sich gegen Rassismus und Rechtsextremismus. Sie ist Teil des Netzwerks »Herland – feministischer Realismus in der Kriminalliteratur« und Mitglied im Board des PEN Berlin. 2023 erhielt sie das Arbeitsstipendium des Brandenburger Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kultur. 2024 erhielt sie gemeinsam mit der Musikerin Sookee den erstmals verliehenen Walter-Mossmann-Preis. 2025 liest sie in Klagenfurt beim Bachmannpreis.

Als Gästin eingeladen: Susanne Kaiser
ist Journalistin und Autorin. Sie schreibt, liest und spricht u.a. für ZEIT, SPIEGEL und Deutschlandfunk Kultur. Sie ist außerdem als Expertin bei Arte, WDR, SWR, ZDF und ARD oder Pro7 und RTL zu sehen und berät Politik und Sicherheitsbehörden. Gerade ist „Riot Girl“ bei Rowohlt erschienen, der erste Band ihrer feministischen Krimireihe. 2023 hat sie das Buch „Backlash. Die neue Gewalt gegen Frauen“ bei Tropen veröffentlicht, 2020 bei Suhrkamp „Politische Männlichkeit. Wie Incels, Fundamentalisten und Autoritäre für das Patriarchat mobilmachen“. Seit 20 Jahren beschäftigt sie sich mit den Machtverhältnissen zwischen Männern und Frauen in muslimischen und in westlichen Gesellschaften, in den letzten Jahren vor allem mit neu aufkommenden Phänomenen wie organisiertem Frauenhass und reaktionären Angriffen auf die Demokratie durch antifeministische Mobilisierung.

Susanne Saygin,
geboren 1967, wuchs im Rheinland auf, studierte Geschichte in Köln und Cambridge, Promotion in Oxford. Danach war sie im akademischen Projektmanagement und in der freien Wirtschaft tätig (u.a. im Umfeld der ersten deutschen Bundesliga). Die Autorin mit deutsch-türkischen Wurzeln hatte ihren Lebensmittelpunkt knapp zwanzig Jahre lang in Köln. Seit 2010 lebt und arbeitet sie in Berlin. Für ihr Romandebüt Feinde recherchierte sie über fünf Jahre: »Das ist Krimistoff, der seine Leser nicht nur berührt, sondern packt, der sie aus der Komfortzone herauszerrt in die Realität und zwingt hinzusehen, ohne dabei auch nur ein Wort der Belehrung auszusprechen«, so Krimikritiker Tobias Gohlis. 2021 folgte ihr zweiter Roman Crash (Deutscher Krimipreis, Ebner & Stolz-Preis für den besten Wirtschaftskrimi).

Uta-Maria Heim
30 Krimis und Romane, 4 Gedichtbände sowie zahlreiche Features und Hörspiele hat Uta-Maria Heim verfasst und dafür diverse Preise erhalten: zweimal den Deutschen Krimi-Preis, den Förderpreis Literatur des Kunstpreises Berlin, ein Stipendium der Villa Massimo in Olevano Romano, den Krimipreis der Stadt Singen sowie den Friedrich-Glauser-Preis. Uta-Maria Heim widmet sich vor allem sozialkritischen, kulturpolitischen und psychologischen Themen. Sie wurde 1963 im Schwarzwald geboren, studierte in Stuttgart Literaturwissenschaft, Linguistik und Soziologie und war danach viele Jahre lang freie Journalistin und Autorin. Sie schrieb u. a. für die Stuttgarter Zeitung, den Tagesspiegel und verschiedene Rundfunkanstalten. Heute lebt sie in Stuttgart und Baden-Baden, wo sie seit 2006 als Hörspieldramaturgin beim Südwestrundfunk arbeitet.

Zoë Beck,
geboren 1975, besuchte Schulen und Universitäten in Deutschland und England. Heute lebt und arbeitet sie in Berlin. Zoë Beck, Mitgründerin von „HERland“ und von „Verlage gegen Rechts“, zählt zu den erfolgreichsten deutschen Krimiautorinnen und wurde dafür mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, unter anderem dem Friedrich-Glauser-Preis, dem Radio-Bremen-Krimipreis und dem Deutschen Krimipreis. Für ihr kulturelles Engagement wurde sie u.a. als Bücherfrau des Jahres und mit der Goldenen Auguste geehrt. Sie ist außerdem Übersetzerin (u.a. Sally Rooney, Denise Mina, Amanda Lee Koe), Verlegerin (CulturBooks Verlag) und Synchronregisseurin für Film und Fernsehen.

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Das HERland Netzwerk
2015 trafen sich Autorinnen hochkarätiger politischer Kriminalromane zum ersten Kolloquium bei Doris Gercke in Natendorf. Damit begann ein Austausch über Leben, Arbeit und Lektüre, biografische und Schreiberfahrungen, politische und kulturelle Anliegen. Es gab gemeinsame Kritik am patriarchalen Literaturkanon, der zugleich krimifeindlich ist und viel zu affirmativ strukturellen Rassismen, Klassismen und bildungsbürgerlichen Kulturbegriffen anhängt. Es gab starken Konsens, Frauen sichtbarer machen zu wollen. Es gab kollektive Begriffs- und Utopiearbeit: Wer sind wir und was wollen wir?* So wurde HERland gegründet, ein Netzwerk, in dem sich kritische Autorinnen austauschen und stärken. 

Den Namen gaben wir uns nach Charlotte Perkins Gilmans utopischem Roman Herland (1915), dessen Erscheinungsdatum im Jahr der Gründung 100 Jahre her war. Das Buch erzählt von einer Demokratie aus sich parthenogenetisch reproduzierenden Frauen, Ergebnis ist eine Gesellschaftsordnung frei von Krieg, Konflikt und Herrschaft. Bei HERland geht es immer um anspruchsvoll reflektierenden, nicht konkurrenzhaften, sondern respektvollen Austausch zwischen Akteurinnen des spannungsliterarischen Genres. HERland-Autorinnen geben einander Rückhalt in der erzählerischen Auseinandersetzung mit gesellschaftlicher und systemischer Gewalt. 

Nach dem frühen Tod von Gründungsmitglied Anne Goldmann hat HERland ein ihr gewidmetes Stipendium ins Leben gerufen, um den feministischen Mut im Genre zu fördern. Das Anne-Goldmann-Stipendium wird im November 2025 zum zweiten Mal vergeben.


* Wir sind politisch, feministisch, gottlos, aufbrechend, gegen rechts, antikapitalistisch, antipatriarchal und erfolgreich.

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HERland AllStars-Festival im silent green

Vom 4. bis 6. Juli laden wir zum HERland AllStars Literaturfestival ein, das Lesungen, Diskussionsrunden und ein Programm rund um feministische Kriminalliteratur bietet.

Hier findet ihr jetzt das Programm:

https://www.silent-green.net/programm/detail/2025/7/4/herland-allstars-literature-festival

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HERland AllStars Festival im silent green

Vorankündigung:

Wir freuen uns sehr, mit unserem diesjährigen HERland-Kolloquium im wunderschönen Kulturquartier silent green (Berlin Wedding, Gerichtstraße 35) sein zu dürfen!

Vom 4. bis 6. Juli 2025 findet dort das HERland AllStars Literaturfestival statt: An drei Tagen erwarten euch Lesungen, Diskussionen, Denkanstöße und intensive Gespräche rund um feministische Kriminalliteratur.

Im Zentrum dieses Festivals stehen die Frage, was für ein Erzählen jetzt gebraucht wird, und die Überzeugung, dass Kriminalromane viel mehr können als bloß mordlustige Unterhaltung liefern. Für HERland ist Kriminalliteratur weder schematisch noch eine Marketingschublade, sondern eine hybride und wandlungsfähige literarische Form, die gesellschaftliche Konflikte sichtbar macht, Unrecht und Gewalt thematisiert, diskriminierende Narrative dekonstruiert und weibliche Lebensrealitäten ernst nimmt.

Zeigen wir – gerade in finsteren Zeiten – die Vielstimmigkeit und politische Wucht feministischer Kriminalliteratur. HERland will Solidarität und Vernetzung unter Autorinnen, Leser*innen und Vermittler*innen fördern. Gespräche über Herausforderungen und gemeinsame Ziele stärken und verbinden uns.

Das Festivalprogramm veröffentlichen wir in Kürze.

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Leipzig 2025

Die Zeit rast: Nächste Woche schon ist die Leipziger Buchmesse!

Als Verlegerin und Networkerin hab ich bis heute Schmetterlinge im Bauch, wenn es auf Leipzig zugeht. Das ist die Messe, auf der die unabhängigen Verlage funkeln und sichtbar sind, die Messe, die der Initiative Verlage gegen Rechts Bühnen für engagierte Panels gibt, die Leser*innenmesse voller Menschen, die sich glühend für Bücher interessieren.

Auch 2025 glänzt die Leipziger Buchmesse wieder mit einem fetten Begleitprogramm, professionell koordiniert von „Leipzig liest“ – das findet sich hier [https://www.leipziger-buchmesse.de/de/leipzig-liest/] und kann mithilfe der Suchfilter sehr schön nach Special Interest durchforstet werden. Die Eingabe des Stichworts „Feminismus“ im Thema-Filter ergibt schon mal 148 Veranstaltungstreffer [Link]. Kombiniert mit „Genre: Belletristik“ sind es 77 Treffer.

Und wenn ihr dann abwärts scrollt bis zum Freitag, trefft ihr bald auf die erste Lesung der neuesten Debüt-Autorin bei Ariadne: Broilerkomplott 12:00 – 12:30 FR. 28. MÄRZ, Lesung Hybrid. Tolle Figuren, klarer Sound: Es geht um Hähnchen, Klimaschutz & Verbrechen. Ich als Verlegerin und Lektorin moderiere. Forum die UNABHÄNGIGEN ** (Halle 5, Stand H313)

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Anna Mai, die im nicht-schreibenden Beruf selbst umweltpolitisch tätig ist, und ich führen dann später noch ein Bühnen-Gespräch zu einem ziemlich HERland-typischen Thema: Krimi als gesellschaftliche Sonde? Dialog zwischen Krimiautorin und Krimiverlegerin: Was für Erzählungen braucht unsere Gesellschaft? (16:30 – 17:00 Uhr im Forum Literatur Halle 5).

Und last not least bringen wir abends im Central Kabarett – Krimikeller noch eine längere Lesung: 22:00 – 23:00 Uhr FR. 28. MÄRZ, Lesung Broilerkomplott [Link Messe; Link Krimikeller].

Am Sonntag bin ich dann mit ganz anderer Agenda unterwegs. Nämlich auf einem der 16 (sechzehn!) starken Panels, die wir von Verlage gegen Rechts für diese Messe auf die Beine gestellt haben. Eins davon dreht sich um feministisches Übersetzen:

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14:30 – 15:30 Uhr SO. 30. MÄRZ Café Europa, Podiumsdiskussion:
Feministisches Übersetzen: Die Erfahrung wächst, aber der Gegenwind auch.
Übersetzen mit feministischem Blick – wie geht das und was braucht es dazu?
Veranstalter: Verlage gegen Rechts. Auf dem Podium: Toni Thonius, Dejla Jassim, Aminata Cissé Schleicher, Else Laudan. Der Anspruch, mit einer feministischen Grundhaltung Bücher zu übersetzen, bringt verschiedene Fragen in den Fokus:

  • Welche Person übersetzt was? Welchen Stellenwert hat die persönliche/biografische Kenntnis bestimmter Diskriminierungserfahrungen? Wie sind Autor*in und Übersetzer*in positioniert? Wie lassen sich Diskriminierungsstrukturen sprachlich verweigern oder unterlaufen, wodurch werden sie reproduziert?
  • Mit welchen Strategien lässt sich – gerade in Bezug auf Rassismus, Ableismus, Sexismus – eine angemessene Sprache entwickeln? Wie wird eine Übersetzung allen gerecht: dem Originaltext, der Zielgruppe und den Personen, über die geschrieben wird? Was tun mit diskriminierenden Begriffen im Originaltext? Und mit Gewaltdarstellungen?
  • Und wie sieht es aktuell mit der prekären Balance zwischen Sorgfaltsanspruch und Selbstausbeutung aus, zumal jetzt viele Förderungen gekürzt oder gestrichen werden?

Übersetzerinnen berichten aus ihrer Arbeitswirklichkeit, stellen konkrete Beispiele vor, diskutieren über feministisches Herangehen, über radikales Auf-die-Goldwaage-Legen und die Frage nach breiter Akzeptanz, aber auch über Handlungsfähigkeit im politischen und ökonomischen Gegenwind (Bildet Banden!).

Und die anderen 15 hoch engagierten Veranstaltungen von Verlage gegen Rechts – inklusive Teilen unserer großen Plakataktion als Ausstellung – findet ihr hier allesamt im Überblick: https://verlagegegenrechts.de/veranstaltungen.

Also: Sehen wir uns in Leipzig?

Mich und Josie und unseren Stand findet ihr in Halle 5, H 411.

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** Die halbstündigen Veranstaltungen im Forum die Unabhängigen werden auch gestreamt! Unsere Broilerkomplott-Lesung wird als dritte in diesem Youtube-Streaming-Link zu sehen sein. Dort lässt sie sich auch danach noch angucken.

Die Welt ist unser aller Haus: Anne-Goldmann-Stipendium 2025

In Gedenken an Anne Goldmann vergibt das Autorinnen-Netzwerk HERland erneut ein Werkstipendium in Höhe von 3000,- €. Es soll eine Autorin bei der Fertigstellung eines mutigen Werks deutschsprachiger Spannungsliteratur unterstützen.

Was für Geschichten über die Wirklichkeit gehören jetzt erzählt?
Unser Genre Krimi/Noir befasst sich mit Konflikt, Verbrechen und Gewalt. Wir können spannend, eingängig, mitreißend, kritisch Unrecht sichtbar machen, nicht als Gut-Böse-Schema, sondern vielschichtig, wahrhaftig, solidarisch mit Machtlosen, Opfern und Engagierten. Es gilt, komplexe Wahrheiten zu suchen und im ungeschönten Realismus das Utopische zurückzugewinnen, das kann Kriminalliteratur.
Gerade jetzt wünschen wir uns sprachlich starke Romanprojekte, die sich gegen das unheilvolle Schwarzweißdenken stemmen, die den Widersprüchen mit Komplexität gerecht werden und den Menschen mit Respekt. Solche Schreibe brauchen wir, das Entstehen solcher Spannungsromane wollen wir mit dem Anne-Goldmann-Stipendium fördern.
Bitte reicht uns Projekte ein, die

  • den Blick weiten
  • das Denken anregen
  • sich auch an Themen wagen, die nicht einfach sind
  • vom Leben handeln
  • echte Menschen sichtbar machen – am liebsten solche, die nicht wohlaufgehoben sind, die oft im Schatten bleiben, die es schwer haben
  • Verhältnisse zeigen
  • packend und empathisch erzählen
  • spannend und geschmeidig zu lesen sind.
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HINSEHEN, ERZÄHLEN, RISKIEREN

»Es ist notwendig, weiter immer  wieder, immer neu, die weibliche Realität und Wahrnehmung gegen die gängigen Bilder zu stellen, zu zeigen, was ist, auszuleuchten, was bislang im Dunkel geblieben ist. Ein umfassendes Bild der Welt zu zeichnen und sichtbar zu machen, was verdeckt und verschwiegen wird.« Anne Goldmann

Bei diesem Stipendium geht es um den Mut, Neues zu wagen, die Sicherheit des Altbewährten zu verlassen und in die Große Erzählung unserer Gesellschaft einzugreifen. So, wie es Anne Goldmann in ihren Romanen getan und für eine feministische Literaturproduktion gefordert hat. Nach dem HERland-Motto HINSEHEN, ERZÄHLEN, RISKIEREN.

Anne Goldmann (15.11.1961 – 11.10.2021) hat uns als Mitgründerin, Weggefährtin und Vertraute und als packende Erzählerin mit ihrer so eigenen Stimme enorm ermutigt. Sie verstand es, Zorn und unerbittliche Kritik mit Respekt und heiterer Einfühlung zu verbinden, um gegen Unrecht aufzubegehren. Ihre Courage war grenzenlos, ihre Energie begleitet uns.


Das Anne-Goldmann-Stipendium 2025:

  • Auslobende Stelle: der gemeinnützige Verein HERland n.e.V.
  • Bewerbungsfrist: 15. November 2024 bis 15. Mai 2025
  • Jury: mindestens fünf Herland-Mitglieder
  • Förderungshöhe: 3000,-€. Die Jury behält sich vor, zusätzlich bis zu zwei weitere Frauen mit einer Förderung in Höhe von 500,- € auszuzeichnen.
  • Preisverleihung: 15. November 2025, der Geburtstag Anne Goldmanns. Die Gewinnerin wird per Mail informiert und auf der Website bekanntgegeben.
  • Über das Ergebnis wird kein Schriftverkehr geführt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

So kannst du dich mit deinem Projekt bewerben

Um uns ein Bild von deinem Projekt zu machen, wünschen wir uns:

  1. den Anfang deines Romanprojekts (20 bis 30 Seiten, 12-Pt-Schrift, 1,5-facher Zeilenabstand)
  2. Bitte skizziere kurz Plot und Handlung deines Romans oder worauf du mit der Geschichte hinaus willst (max. 500 Wörter).
  3. ein paar Worte zu deiner Person, deiner Zielrichtung, deinem Anspruch an Krimis
  4. Antworten auf folgende Fragen:
  • Was verbindet dich mit der Idee des HERland-Projekts?
  • Wer kommt in deiner Erzählung zu Wort, aus welcher Perspektive schreibst du?
  • Wo und in welchen gesellschaftlichen Milieus spielt der Roman? Woher kennst du selbst diese Orte und Milieus?

Deine Bewerbung schickst du bitte in Form einer einzigen PDF-Datei als Anhang einer E-Mail an: anne-goldmann-stipendium@gmx.at

Bitte benenne die Datei so: Nachname Vorname_Projekttitel.pdf

Deine Mail muss deine persönlichen Daten enthalten (Name, evt. Pseudonym, Adresse, Telefonnummer).

Jede Autorin kann nur ein Projekt einreichen, es muss zum Zeitpunkt der Stipendiumsvergabe (November 25) unveröffentlicht sein.

Deine Daten werden von uns vertraulich behandelt, nicht an Dritte weitergegeben und nach der Stipendiumsvergabe gelöscht.

Danke für deine Teilnahme. Du bekommst eine Empfangsbestätigung für deine Bewerbung.

Veröffentlicht unter Anne-Goldmann-Stipendium, Der weibliche Blick | Verschlagwortet mit Anne-Goldmann-Stipendium | 1 Kommentar

HERland auf der Leipziger Buchmesse

Die Initiative Verlage gegen Rechts ist vielfältig aktiv und hat zur Leipziger Buchmesse 2024 zwölf hochaktuelle Panels auf die Beine gestellt. Hier nur schnell die kleine kultur-feministische Auswahl rund um uns HERland-Autorinnen – die Infos zu allen zwölf Panels gibt’s auf der Website https://verlagegegenrechts.de/.

HERland: Crime & Politics –
feministische Krimiautorinnen diskutieren zur Lage

Krimi ist die Literatur der Krise, sagt Manotti. Wie jetzt schreiben? Worüber?
Freitag, 22.03.24, 17 Uhr, Forum Literatur, Halle 4 B401

Wie krisentauglich ist das Genre Kriminalliteratur wirklich? Und wie gehen politische Krimiautorinnen mit Krisenthemen um? Was lässt sich schreiben, woran scheitern sie? Ändert sich etwas am politischen Krimischreiben, wenn die Realität mit Kriegen, Klimakrise und Konflikten in der Gesellschaft immer heikler wird? Und wenn ja, was betrifft das vor allem – das Handwerkliche, den Anspruch, den inneren Druck – oder alles auf einmal?
Es diskutieren: Zoë Beck (aktueller Roman: Memoria, 2023), Monika Geier (aktueller Roman: Antoniusfeuer, 2023), Christine Lehmann (aktueller Roman: Alles nicht echt, 2024), Moderation: Sophie Sumburane (aktueller Roman: Tote Winkel, 2022).

Sterben im Mittelmeer

An den Grenzen Europas materialisiert sich Wasser als Knotenpunkt von Konflikten. Sonnabend, 23.03.24, 17 Uhr, Forum Halle 4, E100
Die Dokumentarfilme Purple Sea und Havarie erzählen die Überfahrt Flüchtender über das Mittelmeer ganz unterschiedlich, Wasser spielt in beiden eine wesentliche Rolle. Marie Aline Klinger geht es darum, Interferenzen von Wasser, Gewalt und Widerstand im Kontext der Überfahrt Flüchtender entlang der Mediterranean frontier zu protokollieren. Sie spricht darüber mit Merle Kröger, Autorin des Romans Havarie und des gleichnamigen Dokumentarfilms, moderiert von Manfred Paulsen (politisch engagierter Kulturschaffender, ehem. Buchhändler und Vorstandsmitglied von Kulturelle Aktion Strömungen e.V., Marburg)

Feministisches Übersetzen

Textarbeiterinnen erörtern geschlechtergerechte Sprache & diskriminierungskritische Ansätze in Übersetzungs- und Lektoratspraxis. Freitag, 22.03., 10.30 Uhr, Leseinsel Junge Verlage, Halle 5 D200
Wo begegnet uns Geschlechter(un)gerechtigkeit in Übersetzungen, wie gehen wir damit um? Mit welchen Strategien lässt sich eine angemessene Sprache entwickeln, etwa in Bezug auf Körper, geschlechtsspezifische Gewalt, Arbeit? Wie werden wir dem Originaltext, der Zielgruppe und den Figuren gerecht? Was tun mit diskriminierenden Begriffen im Original? Wie reden Personen in übersetzten Texten, mit welchen Effekten? Im Gespräch: Friederike Hofert (übersetzt Engl. & Span. und forscht zum Zusammenhang von Macht und Literaturkontakt), Else Laudan (Lektorin und Übersetzerin, Ariadne-Verlegerin), Anne Grunwald (Übersetzungslektorin mit Fokus auf Spanisch, Englisch, Bosnisch / Kroatisch / Serbisch / Montenegrinisch).

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Außerdem gibt es Lesungen und Abendveranstaltungen mit Christine Lehmann und Monika Geier:

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Freitag, 22.3.
Abendlesung in der Stadt:
20 Uhr Christine Lehmann im Centralkabarett Krimikeller (Am Markt)

Samstag, 23.3.
Auf der Messe:
14:30 Uhr Kurzlesung Christine Lehmann Forum d. Unabhängigen, Halle 5

Abendveranstaltungen in der Stadt:
20 Uhr „Alles nicht echt“ und „Antoniusfeuer“: Politische Spannungsliteratur hart am Wind mit Christine Lehmann und Monika Geier, moderiert von Else Laudan, im Haus der Demokratie Leipzig (Connewitz)
22 Uhr Monika Geier im Centralkabarett Krimikeller (Am Markt)