| CARVIEW |
One of my teaching colleagues is of Morrocan decent. Ayoubi has three advantages over most other teachers at our institution: 1. he speaks Arabic, 2. he’s a male, 3. he smokes.
The Arabic part is self-explanatory. He can communicate with the Arabic speaking students directly without using simplified German, miming, or – last resort! – machine translation.
The second, unfortunately, is almost self-explanatory. In most cultures a male has more authority than a woman. He will be listened to more closely and his words carry more weight.
The third – well, that is bit more complicated. Smoking is not allowed on school grounds. So our adult smokers congregate on the outskirts, just in front of the hedges surrounding the school. They stand in little groups and talk. And Ayoubi joins their talking and gossiping.
Apparently, Jabbar unloaded his anger and frustration about his bad teacher (aka: me) in this group. I’m not sure what he said word-for-word, Ayoubi is far too polite to translate literally. Jabbar had considered Ayoubi to be his ally and instead he received a tongue-lashing from him that must have taken his breath away. As a result, Jabbar went back to the office and asked to be reinstated and come back to class. Oh joy!
Mein Kurs hatte dank der sich weiter verschlechternden Situation in der Klasse eine verordnete Zwangspause. Ich war’s zufrieden und nutzte die Zeit, drei Wochen lang nicht an den Kurs zu denken. Aber jetzt da ich wieder im Klassenzimmer bin, wollte ich dokumentieren, wie wir am jetzigen Punkt angekommen sind. Das folgenden Post hatte ich angefangen, bevor die Situation eskalierte.
Einer meiner Lehrerkollegen hat marokkanische Vorfahren. Ayoubi hat drei Vorteile gegenüber den meisten anderen Lehrern an unserer Einrichtung: 1. er kann Arabisch sprechen, 2. er ist ein Mann, 3. er ist Raucher.
Der arabische Teil erklärt sich von selbst. Er kann sich mit den Arabisch sprechenden Kursteilnehmern direkt verständigen, ohne auf vereinfachtes Deutsch zurückzugreifen, ohne Pantomime und ohne – letzter Ausweg – Maschinenübersetzer zu benutzen.
Das zweite ist bedauerlicherweise fast genauso selbstverständlich. Ein Mann hat in den meisten Kulturen mehr Authorität als eine Frau. Ihm wird aufmerksamer zugehört und seine Worte fallen mehr ins Gewicht.
Das dritte ist etwas komplizierter. Rauchen auf allen Schulgeländen verboten. Weshalb sich unsere erwachsenen Raucher am Rand versammeln, direkt vor der Hecke, die die Schule umgibt. Dort stehen sie in kleinen Gruppen und reden. Und Ayoubi steht dabei und redet und tratscht mit ihnen.
Es scheint, als hätte Jabbar seinem Ärger und seine Frustration mit der schlechten Lehrerin (also mit mir) in dieser Gruppe Luft gemacht. Ich weiß nicht, was er genau gesagt hat; Ayoubi is viel zu höflich, um mir das wortwörtlich zu übersetzen. Jabbar sah Ayoubi als seinen Verbündeten und bekam stattdessen eine Standpauke zu hören, die ihm den Atem verschlagen haben muss. Infolgedessen ging Jabbar zurück ins Büro und bat darum, wieder in meinen Kurs kommen zu dürfen. Na super!
]]>It’s not getting quiet in this class thanks to the new student. Since he has been coming late at least every second day and this has started to affect the whole class, I broached the topic of punctuality today. Being 15 minutes late every day equates to 6 hours missed classes in one module of 20 days or 100 hours. In other words, more than a complete day missed.
Jabbar puffed himself up and once again blabbered something about “train – problem” and laughed derisevely when I did not accept this. Tomorrow I will show him the timetable for his connection – there are three trains between 8 and 9 o’clock which he could take and be on time; even if the last one had delays regularly, which isn’t the case, he could take the train 20 or 40 minutes earlier. The school is open and the time could be used for studying. When I explained this, he began again to get all excited and said first in German “teacher – ha! – bad!” and then something in Arabic which probably meant the same but in more colourful language. Then the class came to an end and he literally ran out of the room because he needed to get home, or so he exclaimed. However, he didn’t go home, he went straight to the office and complained anew about me.
Result: He will not be registered in this class for the next module. If he displays questionable behaviour only one more time in the remaining seven schooldays, I will order him to leave, something I’ve never done before – something I never needed to do before.
Kurze Erinnerung: Ich benutze nicht die tatsächlichen Namen der Kursteilnehmer.
Dank des neuen Kursteilnehmers kehrt keine Ruhe in die Klasse ein. Nachdem er nun mindestens jeden zweiten Tag zu spät gekommen ist und das inzwischen auf die ganze Klasse abfärbt, habe ich heute Pünktlichkeit thematisiert. Jeden Tag 15 Minuten zu spät bedeutet bei 20 Kurstagen oder 100 Stunden 6 Stunden, mehr als einen Kurstag, verpassten Unterricht.
Jabbar plusterte sich auf und blubberte einmal mehr etwas von “Zug – Problem” und lachte höhnisch als ich das nicht gelten ließ. Morgen zeige ich ihm den Fahrplan für seine Strecke – es fahren drei Züge zwischen 8 und 9 Uhr, mit denen er rechtzeitig zum Kurs kommen könnte; wenn der letzte wirklich regelmäßig Verspätung hätte, was aber nicht der Fall ist, könnte er 20 oder 40 Minuten früher kommen. Das Schulhaus ist offen, man könnte die Zeit zum Lernen nutzen. Als ich das erklärte, fing er wieder an die Backen aufzublasen und sagte erst auf Deutsch “Lehrer – ha! – schlecht!” und dann etwas auf Arabisch, was wahrscheinlich das gleiche meinte, wenn auch etwas unhöflicher, wie ich vermute. Dann war der Unterricht zu Ende und er rannte regelrecht aus dem Zimmer, weil er nach Hause gehen müsse, jedenfalls behauptete er das lauthals. Nur dass er nicht nach Hause ging, sondern direkt ins Büro, um sich erneut über mich zu beschweren.
Resultat: Er wird zum nächsten Modul nicht mehr in diesem Kurs angemeldet werden. Sollte er mir in den verbleibenden sieben Schultagen noch einmal komisch kommen, werde ich ihn des Klassenzimmers verweisen, was ich noch nie gemacht habe – was ich auch noch nie nötig hatte.
]]>I have a new student in my class, he is in his mid forties, from Syria. I informed him about the “no phones” rule and he nodded but basically ignored me. When, on his third day in class, I once again asked him to put the phone down, he completely lost it. Nothing had hinted at any tension on his part. He jumped up, yelled incoherently and banged his open hands on the table which made a real loud noise. I was glad that there was a large desk between us. I tried to calm him down but to no avail. He threw things around, banged again hard on the table, and I told him to get out. Some of the others then took him outside.
That was yesterday. I was pretty sure that I wouldn’t see him again. I was wrong. He came to class this morning as if nothing had happened. I know that he went to the office yesterday afternoon with somebody who could translate for him. Admin has my back completely, I don’t need to worry about that. They told him that the teacher’s rules needed to be adhered to; he could go back to class provided nothing like this would ever happen again, or he could leave the school. He apologised to the person in the office. I am still waiting for an apology.
It is not easy to explain to learners at this level why an apparent short cut like a machine translation is not a good solution in the long run. So I tried the stick figure approach (look below).
Ich verbiete in meinem Unterricht den Gebrauch von Smartphones. Das war vor zehn Jahren kein Problem, aber heute umgehen die Lerner gern ihr Gehirn, wenn es schwierig wird, und benutzen AI, um Texte zu übersetzen. Da diese Apps heutzutage Audiofunktionen haben, werden sie auch von Analphabeten genutzt. Obwohl sie eine tolles Hilfsmittel sein können, verhindern sie selbstständiges Denken und deshalb Lernen.
Ich habe einen neuen Kursteilnehmer, er ist Mitte vierzig, aus Syrien. Ich informierte ihn über die “keine Smartphones” Regel und er nickte, aber ignorierte mich im Grunde. Als ich ihn am dritten Tag in der Klasse wieder einmal bat, das Telefon aus der Hand zu legen, rastete er aus. Zuvor hatte nichts auf ein Anspannung bei ihm hingewiesen. Er sprang auf, brüllte unzusammenhängend und schlug mit den flachen Händen so auf die Tischplatte, dass es laut knallte. Ich war froh, dass ein breiter Schreibtisch zwischen uns war. Ich versuchte erfolglos, ihn zu beruhigen. Er warf ein paar Sachen herum, schlug noch einmal fest auf den Tisch, worauf ich ihn wegschickte. Einige von den anderen Kursteilnehmern führten ihn dann aus dem Klassenzimmer.
Das war gestern. Ich war mir ziemlich sicher, dass ich ihn nicht mehr sehen würde. Falsch gedacht. Er kam heute morgen in den Unterricht, als ob nichts gewesen wäre. Ich weiß, dass er gestern Nachmittag noch im Büro war, in Begleitung von jemand, der für ihn übersetzen konnte. Ich habe volle Rückendeckung von der Verwaltung, darüber brauche ich mir keine Sorgen zu machen. Ihm wurde gesagt, dass die Lehrerin in der Klasse das Sagen habe; er könne wieder in den Unterricht gehen, vorausgesetzt, dass so etwas nie mehr vorkommen würde, oder er könne abbrechen. Er entschuldigte sich bei der Sachbearbeiterin im Büro. Ich warte noch auf eine Entschuldigung.
Es ist nicht leicht, Lernern auf diesem Niveau zu erklären, warum eine scheinbare Abkürzung wie eine maschinelle Übersetzung langfristig keine gute Lösung ist. Deshalb versuchte ich es mit der Strichmännchenmethode (siehe oben).
]]>Luckily the substitute teacher had left off with a completed lesson, so I could start with the new lesson concerned with body parts and illnesses. We started with naming the various body parts like head, arm, leg, back etc. – many of these words were known to students; repetition is always a good way to start after a break. I kicked off with a fun exercise: I draw a body part (head) on the board, then ask somebody to add another one (neck). He or she would draw the neck and in turn ask another student to add the next body part and so on, finally resulting in a complete figure.
It didn’t go quite as smoothly as planned. The body parts came completely muddled: head – neck – finger – foot – arm – knee … without interrelation. The figure ended up being quite disjointed. None of them seemed to have an idea of sequence or the overall composition of a body.
It was a needed reminder that I cannot rely on prior knowledge in the same way as I would with students from my culture group or formal education.
Neues Schuljahr. Was nichts wirklich Neues bringt, da wir einen Kurs anbieten, der zum Deutschtest für Zuwanderer führt und Ferien kommen einfach irgendwann. Ich hatte fünf Wochen Ferien, die Kursteilnehmer nur zwei, da ich als Honorarkraft arbeite und deshalb einen gewissen Freiraum habe. Obwohl ich gerne unterrichte, musste ich mich heute Morgen ziemlich überwinden, um loszulegen.
Zum Glück hatte die Vertretungslehrerin am Ende einer Lektion aufgehört, so dass ich mit der neuen Lektion, in der es um Körper und Krankheiten geht, loslegen konnte. Wir begannen damit, Wörter von Körperteilen wie Kopf, Arm, Bein, Rücken usw. zu benennen – viele dieser Wörter sind den Kursteilnehmern bekannt; Wiederholungen sind immer ein guter Einstieg nach einer Pause. Ich fing mit einer lockeren Übung an: Ich zeichnete ein Körperteil (Kopf) an die Whiteboard, dann bat ich jemand, ein weiteres Teil hinzuzufügen (Hals). Sie oder er würde dann den Hals zeichnen und einen weiteren Kursteilnehmer auffordern, den nächsten Körperteil zu zeichnen, bis zu einer komplette Figur.
Es ging nicht ganz so so problemlos wie erwartet. Die Körperteile kamen total durcheinander: Kopf – Hals – Finger – Fuß – Arm – Knie … ohne Beziehung zueinander. Die Figur war am Ende sehr unzusammenhängend. Keiner schien eine Idee von Reihenfolge oder Körperdarstellung zu haben.
Es war eine notwendige Erinnerung daran, dass ich mich nicht in der gleichen Weise auf Vorwissen verlassen kann wie bei Lernenden aus meinem Kulturkreis oder formalen Bildung.
]]>Officially it is not allowed but I’m used to children joining their parents in my classroom, gaming, colouring, and reading (I’ve got a good supply of children’s books). That’s still better than the learners missing classes. Usually these visitors are of nursery or primary school age, too little to be left at home alone. However, yesterday Maha brought her thirteen-year-old son along.
Karim was mostly a delight to have in class. He participated enthusiastically and kept raising his hand to answer. He boldly asked me why I didn’t teach about accusative and dative cases.
We were reviewing current vocab and the word “visum” came up. I explained the difference between one visum and two or more visa, which admittedly, many people get wrong, at least in colloquial German. Accordingly, my students all say wrongly they have a visa for Germany. The next thing Karim has taken out his mum’s cellphone and is fact-checking me.
I thought it was cool that he didn’t just believe it just because I said so. At the same time I was really miffed about this snotty-nose brat checked up on me right in front of my eyes.
Oh welche Freude, in einer Bundesrepublik mit verschiedenen Schulferien zu leben! Vor allen Dingen, wenn man direkt an der Grenze wohnt. Das bedeutet, dass die Ferientermine unserer Schule nicht mit den Ferien von wenigstens der Hälfte meiner Kursteilnehmer – und deren Kinder – übereinstimmen. Dieses Jahr ist es besonders schlimm, die Oster- und Sommerferien überlappen nicht einmal.
Offiziell ist es nicht erlaubt, aber ich bin daran gewöhnt, dass Kinder mit ihren Eltern im Klassenzimmer sitzen und zocken, malen oder lesen (ich habe immer eine Sammlung Bilderbücher). Immer noch besser, als dass die Teilnehmer Stunden verpassen. Normalerweise sind diese Besucher im Kindergarten- oder Grundschulalter, zu klein, um allein zu Hause zu bleiben. Gestern allerdings brachte Maha ihren 13jährigen Sohn mit.
Es war zum überwiegenden Teil eine Freude, Karim in der Klasse zu haben. Er machte begeistert mit und meldete sich, weil er drangenommen werden wollte. Er war verwegen genug, mich zu fragen, warum ich nichts von Akkusativ und Dativ erzählen würde.
Wir gingen den aktuellen Wortschatz durch und das Wort “Visum” tauchte auf. Ich erklärte den Unterschied zwischen einem Visum und zwei oder mehr Visa, was, zugegebenermaßen von vielen Leuten zumindest umgangssprachlich falsch gemacht wird. Dementsprechend sagen alle meine Schüler fälschlicherweise, sie hätten ein Visa für Deutschland. Als nächstes nimmt Karim das Mobilphone seiner Mutter raus und checkt meine Aussage.
Ich fand es gut, dass er nicht einfach etwas glaubte, nur weil ich es behaupte. Gleichzeitig war ich ziemlich angefressen, dass diese kleine Rotznase mich vor meinen Augen kontrollierte.
]]>Sometimes little things can get you excited. Maha is one of the Syrian women in the new group. She is doing well but so far not a high achiever. Today I had the class write words beginning with a C. All the words starting with “C” in German are so-called “loanwords” (not that anybody would want them back, though), i.e. they have their origin in other languages like Chef, Chamelion, Charakter, chic, Cord, Cello, Contenance – some have been German for a long time, some made their appearance only recently. In our exercise book each letter has three signature words, for C they are Café, Cola, and Computer.
Maha wrote: “der Compiuter”. She actually heard that there was an i after the p – because even in German we pronounce it approaching the English way, [kəmˈpjuːtə] in the international phonetic alphabet. She was writing down what she heard! I am ecstatic.
Nein, ich habe nicht aufgegeben. I habe mit einer neuen Gruppe angefangen. Ich habe nicht gebloggt, weil ich erstmal durchatmen muss und meinen Spaß wieder finden.
Manchmal sind es die kleinen Sachen, die einen begeistern. Maha ist eine der syrischen Frauen in der neuen Gruppe. Sie macht sich ganz gut, aber ist bis jetzt kein Überflieger. Heute ließ ich die Klasse Wörter, die mit C beginnen, in ihr Heft schreiben. Alle Wörter mit C am Anfang sind im Deutschen Fremd- oder Lehnwörter (nicht, dass sie jemand zurückhaben möchte), d.h. sie stammen ursprünglich aus anderen Sprachen: Chef, Chamelion, Charakter, chic, Cord, Cello, Contenance – manche sind schon lange im Deutschen heimisch, andere sind erst vor kurzem aufgetaucht. In unserem Lehrwerk hat jeder Buchstabe drei Beispielwörter, für C sind das Café, Cola und Computer.
Maha schrieb: “der Compiuter”. Sie hat tatsächlich gehört, dass nach dem p ein i gesprochen wird, weil wir im Deutschen Computer dem Englischen angenähert aussprechen, [kəmˈpjuːtə] im internationalen phonetischen Alphabet. Sie hat nach Gehör geschrieben! Ich bin begeistert.
]]>I tried so hard to show the students methods of learning but they often just sat there and smiled and shrugged their shoulders.
In the end even they noticed that I was losing my patience. I am normally loud and boisterous (which some students have interpreted as being angry before – a cultural misunderstanding in my opinion) but with this class it was more. I remember one occasion where I literally banged my head on the desk in frustration. I just couldn’t take it anymore and I couldn’t hide the frustration anymore.
I moved two students to another course because I felt that they might have a chance to pass the proficiency test after the completion of the course. I am absolutely convinced that of the remaining students not one would have been able to get the German language certificate. It was better to pull the plug now than to waste another year – theirs and mine.
These language courses were originally designed for a different target audience, for people with a fairly high level of education. The alphabetisation courses were added as an afterthought when it was realised that more and more people needed not just to learn the language but learn the script as well. But this is not enough. For some it is not just a different approach that is needed but different desired results. Can I expect a person who has lived in his native country more or less successfully with a minimum of formal education to succeed at an academic level? The language level B1 as defined by the European reference framework for languages might not be what we should be aiming for in all cases.
Ich konnte nicht früher über das Folgende schreiben. Es fällt mir nicht leicht. Zusammen mit der Verwaltung habe ich die Entscheidung getroffen, den letzten Kurs nach fünf Modulen zu beenden. Aber nach acht Monaten waren sie noch nicht mal soweit gekommen wie andere Kurse in drei. Die Probleme waren einfach zu groß.
Ich bemühte mich so, den Kursteilnehmern Lernmethoden zu vermitteln, aber sie saßen oft einfach nur da, lächelten und zuckten mit den Schultern.
Zum Schluss merkten sie selbst, dass ich keine Geduld mehr hatte. Ich bin schon normalerweise laut und ausgelassen (was manche Schüler früher schon so verstanden haben, als ob ich verärgert sei – meiner Meinung nach ein kulturelles Missverständnis), aber mit dieser Klasse war es mehr als das. Ich erinnere mich daran, dass ich einmal im wahrsten Sinne des Wortes meinen Kopf aus Frust auf die Tischplatte knallte. Ich konnte es nicht mehr aushalten und ich konnte den Frust auch nicht mehr verstecken.
Zwei Kursteilnehmerinnen hatte ich schon in einen anderen Kurs wechseln lassen, weil ich der Meinung war, sie hätten eine Chance den “Deutsch für Zuwanderer”-Test am Ende zu bestehen. Ich bin davon überzeugt, dass keiner der anderen Teilnehmer am Ende ein Zertifikat zu bekommen hätte. Es war besser, die Reißleine jetzt zu ziehen und kein weiteres Jahr – ihres und meines – zu vergeuden.
Diese Sprachkurse waren ursprünglich für ein anderes Zielpublikum gedacht gewesen, für Menschen mit einem relativ hohen Bildungsstand. Die Alphabetisierungskurse wurden nachträglich angehängt, als man merkte, dass mehr und mehr Leute nicht nur die Sprache, sondern auch die Schrift erlernen mussten. Aber das genügt noch nicht. Für manche ist nicht nur eine andere Vorgehensweise vonnöten, sondern auch andere Zielsetzungen. Kann ich von jemandem, der in seiner Heimat mit einem Minimum an formaler Bildung relativ erfolgreich gelebt hat, erwarten, dass er hier ein schulisches Niveau erreicht? Das Sprachziel B1, wie es vom europäischen Referenzrahmen definiert wird, ist vielleicht nicht das, was wir von allen erwarten sollten.
]]>My colleague wanted me there to support her sending the student to the doctor. ASAP. Apparently, she complains often about headaches. I hope she heeds our advice.
Gestern at mich die Kursleiterin im angrenzenden Klassenzimmer in ihre Klasse gerufen. Ihre Lektionen in der vergangenen Woche drehten sich um das Thema “Beim Doktor” und die Teilnehmer hatten typische Beschwerden gesammelt. Da einer der Teilnehmer Bluthochdruck hat, brachte die Kursleiterin ihr eigenes Blutdruckmessgerät mit in die Schule, um zu demonstrieren, nicht nur darüber zu reden. Sie nahm den Blutdruck von allen Teilnehmern und die Werte einer Teilnehmerin überraschten sie. Sie wiederholte den Vorgang, testete dann das Gerät bei einer anderen Teilnehmerin, und schließlich rief sie mich. Die Frau hatte konstant einen Blutdruck von 180:110.
Meine Kollegin wollte mich zur Unterstützung dabei haben, um die Schülerin zum Arzt zu schicken. Sobald wie möglich! Anscheinend klagt sie auch oft über Kopfschmerzen. Ich hoffe, sie befolgt unseren Rat.
]]>After meeting Sheimus / Seamus from Türkiye while substituting I now have his Scottish brother in this lot, Hamish from Syria. Funny aside: Hamish is in fact a Scottish form of the Irish Seamus.
Less surprising, there are Shah and Shir, both from Afghanistan. A King of Kings and a King of Tigers, although neither of the slender young slender conform to my image of the last Persian Shah nor of Shir Khan from the Jungle Book.
Other names are less literary but more historical: Sadat from Usbekistan (not quite like the late Egyptian President Anwar-as Sadat) and Tutu from Sudan (also not quite like the former Anglican Archbishop of Cape Town, Desmond Tutu).
Admittedly though, I was a bit apprehensive about meeting a Nazgul from Iran. No, not a relative of the dark ringwraiths of The Lord of the Rings, my student is a woman who wears a pink headscarf.
Nach dem frühen Ende meiner letzten Klasse, habe ich seit Montag wieder eine neue Alphaklasse. Neben den erwarteten Mohammads (in mehreren Variationen) sind ein paar überraschende Namen unter den Schülern.
Nachdem ich als Vertretungslehrerin einen Sheimus / Seamus aus Türkiye kennenlernen durfte, ist in dieser Gruppe sein schottischer Bruder, Hamish aus Syrien. Lustig am Rande: Hamish ist tatsächlich die schottische Form des irischen Namen Seamus.
Weniger überraschend sind Shah und Shir, beide aus Afghanistan. Ein König der Könige und ein König der Tiger, obwohl keiner der beiden schmalen, jungen Männer meiner Vorstellung des letzte persischen Schahs oder Shir Kahns aus dem Dschungelbuch entspricht.
Andere Namen sind weniger literarisch, sondern eher historisch: Sadat aus Usbekistan (nicht ganz der verstorbene ägyptische Präsident Anwar-as Sadat) und Tutu aus dem Sudan (auch nicht ganz der frühere anglikanische Erzbischof von Kapstadt).
Zugegebenermaßen war mir ein bisschen mulmig, einen Nazgul aus dem Iran zu treffen. Nein, kein Verwandter der dunklen Ringgeister aus dem Herr der Ringe, meine Schülerin ist eine Frau mit rosa Kopftuch.
]]>“My name is Seamus.”
An Irish student in my class?!
Turns out, it’s spelt Şeyhmus – same pronunciation as the Irish name – and it’s Turkish. Knock my socks off and colour me surprised.
Ich wurde gefragt, ob ich als Vertretungslehrer einspringen kann. Heute war mein erster Tag und ich bat die Kursteilnehmer sich vorzustellen.
“Ich heiße Seamus.”
Ein irischer Schüler in meiner Klasse?!
Es stellte sich heraus, dass der Name genauso wie der irische Vorname ausgesprochen, aber Şeyhmus geschrieben wird und türkisch ist. Hat mich vom Hocker gehauen.
]]>















