Still und starr liegt der See …
Nicht an Weihnachten lag er still und starr, aber Anfang Januar. Um genau zu sein am 06.01. als ich notfallmäßig zu meiner Zahnärztin am See musste – mein Provisorium war locker geworden. Neuer Kleber, Provisorium wieder rein und gut war’s. Aber dieser Blick … Ich sagte es hier und dort ja schon, an einem See würde ich sehr gerne wohnen. Ich liebe die Stille der Seen, ihre Unaufgeregtheiten, ihre Tiefe, ihre Weite, ihre Vögel.
Schon Mitte der Woche muss ich in den Schwarzwald fahren, ich hoffe auf freie Bahn. Aber wer weiß das schon in dieser Zeit, in diesem Land, wo immer weniger zu funktionieren scheint.
Viel lieber aber würde ich noch eine Weile die Stille des Winters genießen, die Innenreise, die kleinen Gänge über knirschenden Schnee, die gemütlichen Stunden mit Buch oder Film, manchmal auch mit dem Schreibheft, die Stunden in der Küche, wo ich schnibbel und köchel und einfach für alles Zeit und Muße da ist.
Mir scheint der Welt ist die Stille abhanden gekommen. Der Winter kennt keine Eile. Der Winter ist die Zeit der kleinen, vorsichtigen Schritte, der langen Blicke über das Weiß der Leere, des Naschens von den Sommer- und Herbsternten. In unserer Zeit, in unserer Welt aber muss weiterhin rumgehetzt, Ängste geschürt und Kriege entfacht werden.
Euch wünsche ich trotzallem einen friedlichen Sonntag, ob in der warmen Stube oder unterwegs.
‚Bleibt Mensch‘ – Margot Friedländer















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