„Für mich sollte ein moderner Mann – wie die moderne Frau – Offenheit und Empathie zeigen, respektvoll mit anderen Mitmenschen umgehen, zuhören und Verantwortung übernehmen“

Und der dritte Teil

Mal sehen, wie sich die dritte Frau aufstellt.

„Es gab auch eine Situation, in der sich jemand mir gegenüber aggressiv Verhalten hat“

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Foto: Privat
Sabrina, 34, sagt, dass der moderne Mann authentisch ist und sich selbst treu bleibt. Sie hat eine Tochter und lebt gemeinsam mit ihrem Mann in Oranienburg.
„Früher dachte ich, ein Mann müsse der Beschützer der Familie sein und dürfe in der Öffentlichkeit keine Gefühle zeigen. ‚Männlichkeit‘ habe ich immer mit Stärke und Unabhängigkeit verbunden. Meine Dating-Erfahrungen haben dieses Bild bestätigt. Es gab ein paar Situationen, in denen Männer keine Gefühle ausdrücken und nur wenig emotionale Intimität zulassen konnten.
Es ist interessant, dass sie generell von dem Verhalten bestimmter Menschen auf generelle Fähigkeiten der Männer schließen ohne etwa zu überlegen ob die bestimmten Männer vielleicht einfach mit IHNEN keine emotionale Intimität wollten. Oder Gefühle ausdrücken in der Form gar nicht notwendig fanden.
Ich übertrage das mal auf eine umgekehrte Übertragung auf Frauen:
1.

„Früher dachte ich, eine Frau müsse emotional offen sein, gleichzeitig aber mit Belastungen ruhig und reflektiert umgehen können. ‚Weiblichkeit‘ habe ich immer mit Empathie und innerer Stabilität verbunden.

Meine Dating-Erfahrungen haben dieses Bild bestätigt. Es gab ein paar Situationen, in denen Frauen sehr schnell emotional reagierten, Schwierigkeiten hatten, Gefühle einzuordnen oder Distanz zu wahren, und nur wenig Raum für ruhige, sachliche Auseinandersetzung ließen.“

2.

„Früher dachte ich, eine Frau müsse gut kommunizieren können und auch in Konflikten souverän bleiben. ‚Weiblichkeit‘ habe ich immer mit emotionaler Intelligenz und Beziehungsfähigkeit verbunden.
Meine Dating-Erfahrungen haben dieses Bild bestätigt. Es gab ein paar Situationen, in denen Frauen Gefühle stark personalisierten, Kritik nur schwer trennen konnten und wenig Bereitschaft zeigten, emotionale Grenzen zu respektieren oder Konflikte nüchtern auszutragen.“

3.

„Früher dachte ich, eine Frau müsse selbstständig sein und emotionale Nähe nicht mit emotionaler Abhängigkeit verwechseln. ‚Weiblichkeit‘ habe ich immer mit Fürsorglichkeit und Eigenständigkeit verbunden.

Meine Dating-Erfahrungen haben dieses Bild bestätigt. Es gab ein paar Situationen, in denen Frauen sehr viel emotionale Bestätigung erwarteten, Unsicherheit stark nach außen trugen und nur wenig emotionale Autonomie in der Beziehung zuließen.“

Das war dann alles sehr oberflächlich und konnte für mich nicht ‚tiefer‘ gehen.
Das muss ja auch nicht an mangelnden Fähigkeiten liegen. Vielleicht wollten sie nur einfach mit ihr schlafen und nur in dieser Hinsicht „tiefer gehen“.
Es gab auch eine Situation, in der sich jemand mir gegenüber aggressiv Verhalten hat. Nicht körperlich, sondern eher verbal und psychisch. Er hat mich kontrolliert. Ich kann allen Frauen nur raten: Setzt Grenzen. Nicht erst in einer Beziehung, sondern schon, wenn ihr toxische Männlichkeit beim Dating erkennt.
Da würde ich grundsätzlich zustimmen: Grenzen setzen ist wichtig. Allerdings: Das gibt es ja auch bei beiden Geschlechtern. Auch Frauen können verbal und psychisch aggressiv  sein.
Wie viele andere bin auch ich mit geschlechterspezifischen Stereotypen aufgewachsen, zum Beispiel was die Berufswahl betrifft. Mir wurde immer suggeriert, es gäbe gewisse Berufe die ‚männlich‘ sind, während andere als ‚weiblich‘ gelten. So gab es für mich nie männliche Erzieher oder weibliche Metzgerinnen. Das Gleiche gilt für angeblich ‚typisch männliche und weibliche Charaktereigenschaften‘. Heute weiß ich: Diese Bilder sind reine gesellschaftliche Vorstellungen und Erwartungen davon, wie sich Männer oder Frauen verhalten, fühlen oder aussehen sollten. Solche Stereotype sind immer einschränkend.
„Heute weiß ich“ ist eine große Aussage, hier aber falsch. Was sie hätte sagen sollen.
Heute weiß ich, dass es zwar bestimmte biologische Geschlechterunterschiede gibt, die zu diesen Unterschieden beitragen, zusammen mit gesellschaftlichen Vorstellungen und Erwartungen, die gerade auf diesen aufbauen, dass eine essentialistische Vorstellung von Männern und Frauen aber falsch ist, viele Unterschiede sind eher Normalverteilungen mit abweichenden Mittelwerten, die aber alle zusammen relativ große Unterschiede im Schnitt erzeugen ohne das diese auf das Einzelwesen zutreffen müssen. Männer und Frauen werden sich als Gruppe im Schnitt unterscheiden, aber ein einzelner Mann kann sehr weiblich sein und eine einzelne Frau sehr männlich.
Dazu kommt, dass man natürlich auch mit bestimmten Berufen warm werden kann. Auch wenn Frauen im Schnitt wesentlich sensibler sind können sie damit warm werden Tiere zu schlachten und ihre Körper zu zerlegen, weil es eben Gewöhnungen gibt.
Nicht nur der moderne Mann, sondern auch die moderne Frau befindet sich in einem ständigen Wandel, der nicht zuletzt von gesellschaftlichen Entwicklungen und vor allem aber persönlichen Erfahrungen geprägt ist.

Für mich sollte ein moderner Mann – wie die moderne Frau – Offenheit und Empathie zeigen, respektvoll mit anderen Mitmenschen umgehen, zuhören und Verantwortung übernehmen.

Gegen diese grundsätzliche Version des modernen Menschen kann man wenig sagen. Wobei ihre Vorgängerinnen eher Verantwortung abgegeben haben und klassische feministische Bewegungen sehr groß darin sind weibliche Unterverantwortlichkeit zu fördern. Gleichzeitig gibt es natürlich noch viele andere Eigenschaften des modernen Menschen, etwa eine gewisse Härte, Gewissenhaftigkeit, Fairness etc.
Sowohl in persönlichen Beziehungen als auch in der Gesellschaft. Ein normales Verständnis von Gleichheit und Diversität ist mir wichtig und die Fähigkeit, sich an Veränderungen anzupassen.
Was wäre denn eine „Normales Verständnis von Gleichheit und Diversität“? Und auch noch bezogen auf die Gesellschaft? Bei solchen Begriffen wird man ja heutzutage eher misstrauisch.  Wenn es nur bedeuten würde, dass man sehen soll, wo Männer und Frauen zum einen gleich sind zum anderen unterschiedlich könnte ich damit durchaus leben. Wenn es in Richtung intersektionaler Theorien geht…
Für mich spielen emotionale Offenheit und Verwundbarkeit mittlerweile eine größere Rolle, ebenso wie die Teilung der Aufgaben im Haushalt und in der Kindererziehung.
„Emotionale Offenheit und Verwundbarkeit“ klingt immer ganz toll. Die Vorstellung kann sein, dass man sich gegenseitig alles anvertrauen kann und der andere alle Schwächen von einem kennt und einen aufbaut. Aber erfordert eben auch auf der anderen Seite jemanden, der das ertragen kann:
Der das Anvertrauen tatsächlicher Schwächen öffnet eben auch Möglichkeiten sie in einem Streit gegen denjenigen zu verwenden oder kann das Gefühl erzeugen, dass derjenige schwach ist. Und das kann Attraktivität zerstören. Es klingt häufig in der Theorie besser als in der Praxis. Ist es emotionale Offenheit, wenn man anmerkt, dass sie dicker geworden ist und man sie früher anziehender fand? Kann sie diese Verwundbarkeit bieten und sich dem stellen?
Es ist wichtig, dass sich Männer in ihrer Identität wohlfühlen und die Möglichkeit haben, verschiedene Rollen ohne gesellschaftlichen Druck zu erkunden. Egal ob Männlichkeits- oder Weiblichkeitsbild: Wichtig ist doch nur, dass es einen Raum für individuelle Unterschiede gibt. Entsteht dadurch möglicherweise eine gesündere Beziehung oder ein besseres Verständnis zwischen den Geschlechtern? Who knows!“
Das klingt irgendwie danach, dass ihre Wünsche dadurch bestimmt werden, dass das private politisch ist und sie sich einen Mann wünscht, der für die Gesellschaft sein Männlichkeitsbild ändert. Die Entsprechung wäre ggfs ein Mann der sich wünscht, dass Frauen doch die gesellschaftlichen Rollen ablegen, die sie in einen Schönheitswettbewerb gegeneinander stellen (aber dann eine Frau die das macht auch nicht unbedingt attraktiv finden bzw in Kauf nehmen, dass diese auf dem Partnermarkt auch nur eingeschränkt ankommt)

„Mittlerweile glaube ich, dass die Mutter-Sohn-Beziehung dafür verantwortlich ist, dass viele Männer in ihrer Partnerin einen wohlwollenden, kümmernden, fürsorglichen „Mama-Ersatz“ sehen.“

Und weiter mit Nummer 2 von Gestern
„Ich merkte in den ersten Jahren meiner Ehe schnell, dass ich mir mehr Unterstützung bei der Care-Arbeit wünsche“

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Foto: Privat
Elisabeth, 32, ist geschieden, hat zwei Kinder und lebt in einem WG-Modell weiterhin mit ihrem Ex-Mann in Bonn.
„Ich bin früh Mutter geworden. Mit Anfang zwanzig, noch im Studium, lebte ich damals mit meinem Mann in Berlin. Die Anfangszeit war furchtbar und ich fühlte mich überlastet. Allerdings bekam ich von außen den Anspruch vermittelt, dass ich das alles unter einen Hut bringen muss. Zuhause bei meinen Eltern habe ich das klassische Familienbild vorgelebt bekommen. Meine Mama war neben ihrem Job für die vier Kinder allein verantwortlich, mein Vater hat das Geld verdient und wenig mit Care-Arbeit zu tun gehabt. Ich habe diese Rollenaufteilung internalisiert und lange geglaubt, dass es als Frau meine Aufgabe ist, mich voll und ganz um meine Familie zu kümmern. Meine Bedürfnisse zurückzustellen und dabei auch bitte rund um die Uhr glücklich und bescheiden zu sein.
Und erneut scheint ihr das ihre Mutter genauso vorgelebt zu haben wie der Vater. Wobei es bei vier Kindern auch schwierig werden dürfte, dass beide arbeiten. Und die vier Kinder brauchen natürlich auch das passende Einkommen.
Mein Wunsch war es, eine eigene kleine perfekte Familie zu haben. Allerdings merkte ich in den ersten Jahren unserer Ehe schnell, dass ich mir mehr Unterstützung bei der Care-Arbeit wünsche. Dazu gehörte, dass auch mein Ex-Mann sich Elternzeit nimmt. Aber das passierte nicht.
Auch hier wäre interessant: Welchen Mann haben sie sich denn ausgesucht? War ihr damals etwas anderes wichtig als die Unterstützung bei der Care Arbeit?
Als ich begriff, dass ich dabei war, das Vorbild meiner Eltern zu kopieren, fing ich an, meine erlernten Glaubenssätze zu hinterfragen. Für mich ist es wichtig, dass auch Männer das tun. Mittlerweile glaube ich, dass die Mutter-Sohn-Beziehung dafür verantwortlich ist, dass viele Männer in ihrer Partnerin einen wohlwollenden, kümmernden, fürsorglichen „Mama-Ersatz“ sehen.
Das mit dem Mama Ersatz ist eine beliebte Theorie ich glaube gerade bei Frauen. Aber einen wohlwollenden, kümmernden, fürsorglichen Partner zu haben ist ja aus nachvollziehbaren Gründen attraktiv. Man braucht keine Umwege über die Mutter.
Es ist um so merkwürdiger, weil sie ja erkennbar auch einen wohlwollenden, kümmernden und fürsorglichen Partner will. Eben einen der die Carearbeit für sie übernimmt.
Das beobachte ich auch bei meinen Freundinnen, bei denen fast ausnahmslos die Frau neben der Care-Arbeit auch noch die Beziehungspflege übernimmt.
Beziehungspflege müsste man da etwas aufschlüsseln. Ich vermute sie meint die Beziehungspflege zu anderen Leuten (also wahrscheinlich ihren Freundinnen?) Das wird ja gerne angeführt, dass es eher Frauen sind, die gesellige Abende planen. Wenn ich da richtig liege wäre es auch mal wieder eine interessante Umformung von etwas, was sie schon im Eigeninteresse sowieso machen und was üblicherweise Spass macht zu einer Arbeit.
Es stimmt schon, für viele ist die klassische Rollenverteilung ein angenehmes Familienmodell, das sie von zuhause kennen und mit dem sie sich wohlfühlen.
Das bezieht sich wahrscheinlich auf die Männer. Über die Annehmlichkeiten von Frauen in dem Modell wird dann wieder selten geredet. Etwa das sie mehr Zeit mit Kindern haben, dass sie üblicherweise weniger arbeiten und in den Jobs auch noch weniger verdienen und dennoch auf dem gleichen Niveau leben wie er, der mehr arbeitet und sich einen Job ausgesucht hat, der besser bezahlt wird.
Mein Ex-Mann und ich versuchten, unsere Probleme zu lösen und machten eine Paartherapie – auf meinen Wunsch hin. Die Beziehung endete, als ich aufhörte, neben der klassischen Care-Arbeit rund um Kinder und Haus als Einzige die emotionale Arbeit der Beziehung zu leisten. Mittlerweile leben wir getrennt, allerdings nicht räumlich. Der Kinder wegen leben wir in einem WG-Modell. Das klappt erstaunlich gut, vielleicht weil seitdem eine klarere Aufteilung stattfindet und mir die Last der emotionalen Care-Arbeit genommen wurde.
Ihr wurde in dem WG-Modell die Last der emotionalen Care-Arbeit abgenommen? Ist interessant, dass sie dazu nichts weiter schreibt. Theoretisch hat sich ja nichts geändert, außer das sie kein Paar mehr sind und keinen Sex mehr haben (was gegebenfalls auch vorher schon der Fall war).
Vermutlich haben sie jetzt schlicht klarere Regeln bzw sie trifft sich nach wie vor mit ihren Freundinnen und er nimmt halt einfach nicht mehr Teil?
Aber das macht das Dating für mich nicht unbedingt leichter. Selbst wenn ich Männer treffe, die sich selbst als feministisch und progressiv bezeichnen, wird oft nicht mehr daraus, weil ich bereits Kinder habe und mit meinem Ex Partner ein Heim teile. Die Männer wünschen sich mehr Aufmerksamkeit, die ich nicht bieten kann.“
Das sind natürlich auch erhebliche Hürden für eine Beziehung: Eine Frau, die anscheinend wenig Kompromisse macht, mit ihrem EX in einer WG wohnt und auch noch Kinder hat.
Was zum einen die Gefahr erhöht, dass sie mit dem Ex noch mal zusammenkommt, zum anderen hat man immer einen Ex im Haus, bei dem man nicht weiß, wie er zu der Sache steht.

„Wut auf Männer ist wichtig, aber nicht immer eine Lösung“

Die Süddeutsche findet:

„Wut auf Männer ist wichtig, aber nicht immer eine Lösung“

Das ist ja fast schon ein geradezu männerfreundlicher Ansatz für die heutige Zeit

Das Männlichkeitsbild steht in der Kritik. Während rechtsextreme Parteien sich an konservativen Rollenbildern orientieren und damit – vorzugsweise – junge Männer auf Tiktok und Instagram ködern wollen, bezeichnen links-feministische Kreise das gesellschaftliche Bild von Männlichkeit als überholt. Das Gleiche gilt im Übrigen für das Frauenbild. Im medialen Diskurs ist oft von toxischer Männlichkeit die Rede. Auf der anderen Seite predigen Dating-Coaches sowie selbsternannte „Alphas“ ein konservatives Rollenverständnis.
Viele Frauen predigen ein sehr konservatives Rollenverständnis, zumindest wenn es um den Partner geht.
Der soll:
  • Einen guten Job haben
  • selbstbewußt und erfolgreich sein, gerne mit Status
  • üblicherweise in Vollzeit arbeiten wenn Kinder da sind und ihr ermöglichen die ersten drei Jahre auszusetzen und dann in Teilzeit zu arbeiten

Klar, er soll auch im Haushalt helfen und ein guter Vater sein.  Aber das Grundbild ist dennoch reichlich konservativ.

Und zwischen den Extremen stehen auch noch Männer, die einfach ein normales Leben führen wollen, ohne als toxisch beschimpft zu werden, in einer Beziehung lebend, auch mit dem Wunsch ein guter Vater zu sein und das alles hin zu bekommen.

Das Problem an derlei Argumenten ist: Menschen sind individuell verschieden. Festgefahrene Rollenbilder verhindern ihre Entfaltung, während sie Vorurteile und Diskriminierungserfahrungen fördern.
Drei Frauen erzählen, was sie von einem modernen Mann erwarten und wie sich ihre Beziehungsvorstellungen über die Jahre verändert haben.
Na mal schauen wen sie da ausgesucht haben

„Ich muss nicht eingeladen werden, ich kann für mich selbst sorgen“

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Foto: Privat
Valeria, 29, lebt in Essen, ist single und queer. Durch ihre Dating-Erfahrungen mit Männern und Frauen hat sie viel über Sexismus von beiden Seiten gelernt.
Klar das da jemand queeres dabei sein muss.
„Meine Familie kommt aus Usbekistan. Meine Eltern vermittelten mir das Bild, dass eine Liebesbeziehung mit Verschmelzung einhergeht. Dass eine Ehe fast schon einer Co-Abhängigkeit gleicht und eine Scheidung keine Option ist. Meine Mutter hat mir bereits früh gesagt, dass echte Männer hart, sehr dominant und sehr männlich auftreten müssen.
Mütter allerdings fehlen in der Auflistung der besonders konservativen. macht sich ja auch nicht so gut.
Und so habe ich es vorgelebt bekommen: meine Mutter in der Rolle der Hausfrau und mein Vater als Brotverdiener. Gleichberechtigung in der Familie? Nein, bei uns war ganz klar mein Vater das Familienoberhaupt. Mein Männerbild glich lange Zeit dem, was mein Vater mir vorgelebt und meine Mutter mich gelehrt hat.
Also hat sie selbst auch Druck auf Männer ausgeübt (zumindest indirekt) sich an konservative Vorgaben zu halten.
Mittlerweile weiß ich, dass der Grund für seine impulsive Art, raumeinnehmendes Wesen und seine zuweilen emotionale Unerreichbarkeit toxische Männlichkeit ist. Er ist in patriarchalen Strukturen genauso gefangen wie andere auch. Aber daraus ausbrechen kann oder will er offenbar nicht.
„Patriarchale Strukturen“ sind da immer eine einfache Erklärung. Aber zumindest ihre Mutter hat genau einen solchen Mann angefordert. Frauen hatten entsprechende Anteile daran.
Nach einigen Dating- und toxischen Beziehungserfahrungen fing ich an, mich mit Feminismus und Queerness auseinanderzusetzen. Ich bin bisexuell und habe über die Jahre Männer und Frauen gedatet. Ich bin mir meines eigenen Sexismus‘ selbst erst dann bewusst geworden und musste mich davon befreien. Wir werden nicht als Feministen geboren. Es ist ein Prozess, zumal wir im Patriarchat aufwachsen. Irgendwann war ich nur noch wütend auf toxisch männliches Verhalten, das sich bei meinen Dating-Erfahrungen mit Männern wiederholte. Ständig wurde ich unterbrochen oder sexualisiert, das hat mich genervt. Cat Calling ist noch so eine sexistische Unart. Meiner Meinung nach liegt die Ursache für Sexismus in veralteten Rollenbildern. Für alle Menschen sollten die gleichen Bedingungen gelten: Kommunikation auf Augenhöhe, Wertschätzung und Respekt!
Das ist natürlich nach ihrer kurzen Schilderung schwer zu beurteilen. Interessant wäre welche Männer sie ansprechend fand. Es gibt sie ja, die weichen zurückhaltenden Männer, die sie nicht unterbrechen würden. War aber vielleicht nicht interessant.
Wut auf Männer ist wichtig und berechtigt, aber nicht immer eine Lösung – die Gemeinsamkeit bei dem Thema ist, dass weder Frauen noch Männer sexistisch sein wollen.
Das ist echt arrogant. Und vielleicht auch ein guter Grund warum ihre Resonanz bei Männern nicht sehr gut war.
Und sie will nicht sexistisch sein und rechtfertigt Wut auf eine ganze Gruppe? Insbesondere basierend auf ihrer Auswahl für Dates?
Bei Männern beobachte ich häufiger eher den Wunsch, das Selbstbild und den Stolz zu erhalten, statt tatsächlich zu versuchen, es besser zu machen. Das ist unglaublich schade.
Ich würde mir von einem modernen Mann wünschen, dass er sich mit Feminismus beschäftigt und das durch sein Verhalten reflektiert.
Im gegenwärtigen Feminismus? Wobei es ja genug männliche Feministen gibt. Warum hat sie die eigentlich nicht gedatet?
Alle sollten sich mit Feminismus beschäftigen, weil es dabei nun mal um Gleichberechtigung geht.
Leider nein
Ich will, dass auch Männer sich verletzlich zeigen (dürfen), ihre eigene Auffassung von Männlichkeit hinterfragen und begreifen, dass beipsielsweise das Klischee vom starken Mann quatsch ist.
Ist es ja leider nicht. Einmal sind Männer in vielen Fällen weniger senisibel.
The multivariate effect for latent variables was D = 2.71 (with 95% CI from 2.66 to 2.76); this is an extremely large effect, corresponding to an overlap of only 10% between the male and female distributions (assuming normality). On the basis of univariate d’s (Table 2), it might be hypothesized that global sex differences are overwhelmingly determined by the large effect size on factor I, or Sensitivity (d = −2.29). Thus, we recomputed the multivariate effect size for latent variables excluding Sensitivity; the remaining d’s ranged from −.89 to +.54. The resulting effect was D = 1.71 (with 95% CI from 1.66 to 1.75), still an extremely large difference implying an overlap of 24% between the male and female distributions (the corresponding effect size for observed scores, corrected for unreliability, was D = 1.07, implying a 42% overlap). In other words, the large value of D could not be explained away by the difference in Sensitivity, as removing the latter caused the overlap between males and females to increase by only 14%. While Sensitivity certainly contributed to the overall effect size, the large magnitude of global sex differences was primarily driven by the other personality factors and the pattern of correlations among them. It should be noted that Sensitivity is not a marginal aspect of personality; in the 16PF questionnaire, Sensitivity differentiates people who are sensitive, aesthetic, sentimental, intuitive, and tender-minded from those who are utilitarian, objective, unsentimental, and tough-minded.
d=2.29 ist ein enormer Unterschied. Und vieles spricht dafür, dass es eine biologische Begründung dafür gibt zb hier
Von einem modernen Mann erwarte ich, dass er seine männlichen Freunde auf frauenfeindliches Verhalten oder sexistische Witze hinweist. Außerdem erwarte ich, dass er sich in manchen Momenten zurücknimmt und Frauen den Vortritt lässt – und das nicht, weil er ihr die Tür aufhält.
Schreibt einen komplett männerfeindlichen Artikel aber die Männer sollen nur Männer auf frauenfeindliches Verhalten hinweisen…
Und Frauen den Vortritt lassen… Warum?
Auch meine Beziehungsvorstellungen haben sich in den vergangenen Jahren verändert. Einige Erfahrungen, über die viele Frauen klagen, haben sich immer wiederholt. Einfühlungsvermögen ist mir wichtig – auch beim Sex. Früher, wenn ich mit Männern schlief, dachte ich oft, das passiert an mir, aber nicht mit mir. Eine Beziehung auf Augenhöhe ist mir sehr wichtig. Ich möchte nicht allein dafür verantwortlich sein, Konflikte zu lösen oder Veränderungen anzusprechen. Fehler einzugestehen zeugt für mich von wahrer Stärke.
Es wäre wirklich interessant zu sehen, welche Männer sie sich bisher so ausgesucht hat.
Und wie will sie eigentlich eine Beziehung auf Augenhöhe führen, wenn sie Hass gegen Männer gut findet und die ihr den Vortritt lassen sollen?
Und beim Date ist es für mich normal, die Rechnung zu teilen. Ich muss nicht eingeladen werden, ich kann für mich selbst sorgen.“
Das ist ja immerhin etwas.
Die anderen mache ich später

Selbermach Mittwoch

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„Dass sich Frauen heute dennoch verstärkt als Opfer identifizieren, ist aus meiner Sicht teilweise antizyklisch“, sagt er. Ein Grund hierfür könne eine oft aus dem Opfer-Status heraus empfundene moralische Superiorität sein – den „Guten“ anzugehören.“

Ein Bericht in der Welt mal wieder zum Heterofatalismus:

Ich bin heterosexuell und mag Männer. Aber ich erlebe, dass Beziehungen mit ihnen nur zu Enttäuschung führen“ – dieses Gefühl wird aktuell online vielfach als „Hetero-Fatalismus“ thematisiert. So neu der Begriff sei, das Thema selbst sei es nicht, erklärt Laura Fröhlich. Sie hat mehrere Bücher über „Mental Load“ geschrieben, die Belastung durch ständige Alltagsorganisation. Außerdem hält sie Vorträge über das Thema.
Der Fatalismus sei Ergebnis eines Gefühls, sich bei bestimmten Fragen seit Langem im Kreis zu drehen, immer wieder darüber zu sprechen, ohne dass sich etwas verändere. „Das ist kein pauschaler Männerhass“, betont Fröhlich, „sondern eine tiefe Frustration. Die Männer sind an der Reihe, etwas zu verändern – zeigen oft aber keinen besonders starken Willen dazu.“
Vielleicht ist das Angebot der Frauen zur Änderung auch einfach nicht so interessant oder man sucht sich eben Frauen, die einem nicht dauernd etwas in dieser Art vorhalten, während man Vollzeit arbeitet.
Statistisch lässt sich zumindest eine Annäherung an das Thema wagen: So lebte im Jahr 2024 laut Statistischem Bundesamt etwa ein Fünftel der deutschen Bevölkerung allein. In fast allen EU-Ländern stieg der entsprechende Anteil zwischen 2014 und 2024. Frauen lebten häufiger allein als Männer – und für viele Single-Frauen scheint das auch eine wichtige Rolle zu spielen: Bei einer repräsentativen Studie des Dating-Portals „Elite Partner“ aus dem Jahr 2025 gaben 63 Prozent der befragten Frauen an, sie seien mit ihrem Single-Dasein zufrieden, weil sie so ihr Zuhause für sich hätten (Männer 55 Prozent). Allgemein zeigten sich Frauen mit 30,3 Prozent häufiger „sehr zufrieden“ mit ihrem Leben ohne Partner (Männer 21,9 Prozent).
Auch eine interessante Studie: Mit ihrem Single Dasein sind zufrieden:
Frauen: 63%
Männer: 55%
Kein so großer Unterschied.
Über die Änderungswünsche der Männer findet sich allerdings nichts. Gleichzeitig ist die Quote bei den Frauen aber ein Beleg dafür das die Männer was falsch machen
„Konflikte fangen in vielen heterosexuellen Beziehungen weit vor der Familiengründung an. Viele Frauen erleben schon früh, dass ihnen die emotionale Arbeit überlassen wird. Sie agieren dann oft als Psychologin und setzen sich mit den Gefühlen ihres Partners auseinander. Die Männer auf der anderen Seite halten es aber oft nicht für notwendig, das Gleiche zu tun“, sagt Autorin Fröhlich.
Ich würde sogar einen draufsetzen: Die meisten Männer wären froh, wenn ihre Partnerin auch nicht die Psychologin spielen würde. Es ist aus ihrer Sicht kein Service, sondern eher anstrengend.
Das sei ein ansozialisiertes und somit strukturelles Problem, das schon bei Jugendlektüre à la „Zehn Tricks: Wie du Ihn bei dir hältst“ beginne. Männer hingegen würden selten nur dazu angeregt, die weibliche Perspektive einzunehmen und über deren Bedürfnisse nachzudenken.
„Zehn Tricks wie du ihn bei dir behältst“ ist ja im Prinzip Beziehungspickup für Frauen. Natürlich wird so etwas gerne gelesen.
Und natürlich werden Männern angeregt die weibliche Perspektive einzunehmen, sie wollen ja gerade wissen, wie man bei Frauen landet. Das interessiert beide Geschlechter (sofern Heterosexuell). Allerdings ist in jungen Jahren „Mach 50% des Haushalts“ eben vollkommen unwichtig. Weil beide keinen Haushalt haben. Das kommt erst später.
Ich hoffe aber in den Frauentipps kommt nicht vor „Beklage dich möglichst viel über die Last an Kindergeburtstage zu denken“ und mehr „Viel Sex und unkompliziert sein“.
Hinzu kämen Themen wie Haus- und Care-Arbeit. Westliche Gesellschaften bewegten sich zwar in der Tendenz immer mehr in Richtung Gleichberechtigung – damit sei es aber häufig spätestens vorbei, wenn Kinder hinzukämen. Diverse Studien bestätigen das. So schreibt das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend auf seiner Website, Frauen wendeten täglich 43,4 Prozent – oder 76 Minuten – mehr Zeit für unbezahlte Sorgearbeit auf als Männer. Die dadurch entstehenden Nachteile beträfen unter anderem Entlohnung, berufliche Chancen, ökonomische Eigenständigkeit und Alterssicherung.
76 Minuten ist nichts. Gerade wenn man bedenkt, dass die meisten Frauen mit Kindern Teilzeit arbeiten.
Auch die „Vermächtnisstudie 2023“ stellt fest: Von 21 im Alltag zu planenden Dingen lägen drei überwiegend oder ausschließlich in der Hand der Männer – Reparaturen, Handwerker und Finanzen, alles Aufgaben also, die nicht jeden Tag erledigt werden müssten.
Allerdings sind es eben auch Arbeiten, die die Frauen ungern machen. Und man könnte daraus natürlich auch eine unglaubliche Mental Load generieren.
Bei einer nach Geschlecht getrennten Befragung fällt außerdem auf, dass Männer häufiger davon ausgehen, die anfallenden Arbeiten seien gleich verteilt. Frauen hingegen geben häufiger an, durch die Aufgaben weniger Zeit für sich selbst und zu wenig Energie für Freizeit zu haben sowie sich gestresst zu fühlen.

„Frauen sind perfektionistisch, weil…“

Das Phänomen „Hetero-Fatalismus“ betrachte er als eine unter anderem durch Social Media begünstigte Modeerscheinung, sagt hingegen Paartherapeut Clemens von Saldern. „Frauen waren früher eigentlich viel benachteiligter, als sie es heute sind. Politisch und familiendynamisch hat sich erfreulicherweise wahnsinnig viel angeglichen. Dass sich Frauen heute dennoch verstärkt als Opfer identifizieren, ist aus meiner Sicht teilweise antizyklisch“, sagt er. Ein Grund hierfür könne eine oft aus dem Opfer-Status heraus empfundene moralische Superiorität sein – den „Guten“ anzugehören. Von Saldern nennt dies das „Opfer-Paradoxon“: eine Gleichzeitigkeit von Unter- und Überlegenheit.
Das ist ja mal eine Aussage in einem Artikel über Heterofatalität. Ein negativer Vorhalt gegen Frauen. Sie suchen einen Opferstatus, damit sie eine moralische Superiorität einnehmen können und damit zu den Guten gehören

Er verwahre sich gegen eine Pauschalisierung wie den Begriff „Hetero-Fatalismus“ im Sinne einer vermeintlich fatalistischen Unveränderbarkeit des Verhaltens anderer Menschen. Eine steigende Unzufriedenheit und geringere Adaptationsbereitschaft erlebe er allerdings bei beiden Geschlechtern gleichermaßen, sagt von Saldern. Online-Dating sei hierfür ein ausschlaggebender Faktor: „Dating-Apps lassen Menschen in der Annahme verfangen, dass es immer noch jemand Besseren gibt“, sagt der Therapeut. Er nenne das die „Voltaire-Falle“ – frei nach einem dem Philosophen zugeschriebenen Zitat: „Das Bessere ist der Feind des Guten.“

Gerade für Frauen verführerisch, weil sie schnell viele Angebote bekommen.

Begriffe wie „Care-Arbeit“ oder „Mental Load“ kritisiert von Saldern als nicht differenziert genug: „Männer und Frauen haben oft verschiedene Konzepte davon, wie viel Arbeit man sich machen sollte. Das liegt auch daran, dass Frauen, besonders Mütter, sich oft unter einem viel größeren sozialen Druck stehend fühlen als Männer – zum Beispiel, wenn es darum geht, was bei Kindergeburtstagen erwartet wird.“ Klar sei allerdings: „In dem Moment, in dem eine Seite der Beziehung eine Ungerechtigkeit empfindet, wird ein inneres Schuldenkonto eröffnet und bewusst oder unbewusst Vergeltung geübt“, so der Paartherapeut.
Das ist glaube ich etwas, was man häufiger feststellt. Frauen setzen sich selbst unter Druck, weil sie meinen, dass sie sonst schlecht darstehen, gerade vor anderen Frauen. Deswegen muss der Kindergeburtstag etwas besonderes sein, das Leben gerade besonders anstrengend, die Wohnung vor einem Besuch ganz besonders gut geputzt werden etc.
Diese Argumentation weist Autorin Fröhlich zurück: Frauen sind oft perfektionistisch, weil sie sich auf ihre Männer beziehungsweise ihr Umfeld nicht verlassen können. Diese Erfahrung überkompensieren sie. Ihnen das in die eigenen Schuhe zu schieben, halte ich für eine bequeme Männerperspektive.“ Häufig, wenn Frauen versuchten, diesen strukturellen Problemen entgegenzuwirken, würden sie dafür scharf kritisiert. „Dann heißt es: ‚Sie können einfach nichts abgeben. Schreiben Sie ihrem Mann doch einfach eine Liste‘“, so Fröhlich. Vielleicht müssten Männer erst überperformen, damit Frauen ihnen vertrauen könnten. Danach könnten beide ihre Anforderungen gemeinsam herunterschrauben.
Warum muss man perfektionistisch sein, wenn man sich auf den Partner nicht verlassen kann? Reicht es dann nicht einfach normal zu sein?
Aber auch hier werden die Erwartungen der Frauen nicht hinterfragt sondern als der richtige Standard gesetzt. Männer müssen schauen, dass sie sich nach diesem qualifizieren.
Auch Martin Bujard, Soziologe und Forschungsdirektor am Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung, sieht in dessen großer familiendemografischer Datenerhebung eine Diskrepanz zwischen Frauen und Männern bei Fragen zu Mental Load und Hausarbeit, vor allem nach der Geburt von Kindern. „Diese Aushandlungsprozesse sind aber nicht ausschließlich wegen der betroffenen Frauen oder Männern kompliziert – sondern wegen der Strukturen, die dahinterstehen“, so Bujard.
Eine temporäre Reduzierung der Arbeitszeit für Väter wünschten sich beispielsweise viele Paare – befürchteten aber Nachteile. Frauen stünden oft vor der Wahl zwischen Vollzeit plus Care-Arbeit oder einer halben Stelle plus finanzielle Abhängigkeit. Besonders Akademikerinnen, die viel in ihre Bildung investiert hätten, seien mit diesen Optionen sehr unzufrieden. „Der Arbeitsmarkt müsste stärker nach den Arbeits- und Familienvorstellungen junger Menschen ausgerichtet werden – auch, weil sich sonst immer mehr Menschen gegen Kinder entscheiden“, fordert Bujard.
„Finanzielle Abhängigkeit“ ist auch so ein großes Wort, gerade wenn viele Frauen vollen Zugriff auf seinen Verdienst haben. Er ist dann genauso von Ihnen abhängig wie sie von ihm.

Der Soziologe sieht einen weiteren potenziellen Konfliktpunkt in heterosexuellen Beziehungen: „In unseren Erhebungen lässt sich beobachten, dass Frauen im jüngeren und mittleren Alter im Schnitt progressiver sind als Männer. Es gibt also ein gewisses Mismatch bei ganz grundlegenden Einstellungen.“ Dennoch halte auch er das Phänomen „Hetero-Fatalismus“ für eine auf Social Media überrepräsentierte Außenseiterposition. „Empirisch deckt sich das nicht mit der Lebensrealität des überwiegenden Teils der jungen Bevölkerung“, so Bujard.

Das ist ja auch ein wichtiger Satz. Aber es sollte zu denken geben, dass es dennoch so viele Artikel dazu gibt.

Aber Männern die Schuld geben ist eben für viele attraktiv. Und eine solide Partnerschaft schlecht zu reden ebenso

„Ich habe die Hoffnung, dass durch dieses neue Schlagwort auf Social Media neue Debatten entstehen, weil wir endlich in Worte fassen und darüber reden, was Frauen schon immer erlebt haben“, sagt Autorin Fröhlich. Besonders Männer stünden dem leider oft sehr skeptisch gegenüber. „In meinen Vorträgen sitzen im Publikum meist 80 Prozent Frauen“, erklärt Fröhlich, „die interessieren sich für diese Themen – sagen aber auch immer wieder, dass ich ihnen erzähle, was sie schon wissen. Eigentlich müsste ich das ihren Partnern erzählen. Die sitzen aber nicht im Publikum.“
Warum sollten sie auch. Es wäre ja eher Masochismus. Aber wenn Frau Fröhlich mal in meine Stadt kommt wäre ich in Versuchung.
Dabei könnte die ganze Diskussion auch viele Vorteile für Männer mit sich bringen, sagt Fröhlich. So spiele Einsamkeit bei vielen eine große Rolle, ganz besonders nach Beginn der Rente. „Diese Männer vergraben sich dann. Früher war es der Eisenbahnkeller, heute sind es oft das Smartphone, Sportwetten oder Alkohol.“ Es entstehe oft eine emotionale Abhängigkeit von der Partnerin, weil die Männer nie gelernt hätten, sich jemand anderem gegenüber zu öffnen. Das stelle für beide Seiten eine enorme Belastung dar.
Auch sehr generell. Sportwetten und Alkohol als Standard für Männer?
„Frauen sind heute unabhängiger und freier denn je. Wenn sich weiterhin nichts ändert, werden immer mehr Frauen das Interesse an Familie und vielleicht nicht sexuellen, aber monogamen Liebesbeziehungen mit Männern verlieren“, befürchtet Fröhlich. In ihrem privaten Umfeld beobachte sie jetzt schon immer mehr Frauen, die lieber Single blieben – ganz nach dem Motto: „Wenn ich mir anschaue, was für Probleme meine Freundinnen mit ihren Männern haben, bleibe ich lieber allein.“
Fröhlich verdient halt gut an diesem Szenario

Gewalt und Umgangsrecht

Aus einem Bericht des MDRs – neutral wie es sich für den ÖRR gehört:

Gewalt gegen Frauen ist 2025 deutlich gestiegen – vor allem auch die Zahlen zur häuslichen Gewalt. Wenn Frauen von ihrem Partner geschlagen und bedroht werden, macht das auch immer etwas mit den Kindern. Und trotzdem ist es für Mütter schwierig, nach der Trennung von einem gewalttätigen Mann das Umgangsrecht einschränken zu lassen. Denn im Kindschaftsrecht gilt das gemeinsame Sorgerecht als Regelfall.

In dem kurzen Absatz sieht man schon, dass die Autorin keine Ahnung vom Familienrecht hat. Denn Sorgerecht und Umgangsrecht haben erst einmal nichts miteinander zu tun. Das Sorgerecht regelt, wer Entscheidung für das Kind treffen darf. Das Umgangsrecht regelt wie das Kind und der Elternteil, bei dem das Kind nicht lebt, Zeit miteinander haben.

Gerichte entziehen selbst bei dokumentierter psychischer und physischer Gewalt von Vätern gegenüber Müttern und Kindern nur selten das Umgangsrecht.
Frauen werden oftmals schlechte Absichten unterstellt, die Beweislast liegt bei ihnen. Studien zeigen, dass Frauen aufgrund ihres Geschlechts diskriminiert werden.

Auch großartig. Selbst bei „dokumentierter psychischer und physischer Gewalt … Beweislast liegt bei ihnen“

Das macht bereits deutlich, dass die dokumentierten Gewaltfälle eben erst einmal nur eine Auflistung sind. Sonst würde die Beweislast ja keine Rolle spielen.

Jährlich werden rund 149.000 Sorge- und Umgangsrechtverfahren an deutschen Gerichten verhandelt. Nur selten wird Vätern das Umgangsrecht entzogen.

Wieder eine falsche Kombination. In einem Sorgerechtsverfahren kann das Umgangsrecht nicht entzogen werden.

Und warum sollte auch in vielen davon das Umgangsrecht entzogen werden? Üblicherweise wird es ja der Vater nach einer Trennung einfordern, weil er mehr Zeit mit seinem Kind will.

Doch im Jahr 2023 hat das Thüringer Oberlandesgericht genau das getan. Der Grund: psychische und physische Gewalt, Todesdrohungen und die Selbstaussagen der jugendlichen Kinder, sie hätten Angst vor ihm. Der Vater geht in Revision.
Im Juni dieses Jahres erklärte das Bundesverfassungsgericht das Urteil für unzulässig. Gewalt sei nicht automatisch kindeswohlgefährdend, dem Vater würde das Grundrecht auf Umgang verwehrt.

Müserref Tanriverdi vom Deutschen Institut für Menschenrechte sagt: „Leider ist das sehr repräsentativ. Das wissen wir aus Studien aber auch aus Praxisberichten, dass die Gewaltschutzinteressen des betroffenen Elternteils nicht ausreichend berücksichtigt werden. Wir können sogar sagen, dass die Entscheidungen oft geprägt sind von schädlichen Stereotypen, wenn nicht gar von frauenfeindlichen Narrativen.“ Das läge zum einen an den gesetzlichen Regelungen. So zum Beispiel an der Regelvermutung, die sagt, dass der Umgang mit beiden Eltern „in der Regel“ dem Kindeswohl dienlich ist. Auch dann, wenn ein Elternteil gegenüber dem anderen gewalttätig ist.

Finde ich auch genial. Das Bundesverfassungsgericht macht eine Entscheidung. Und es werden noch nicht einmal die Gründe des Gerichtes erwähnt. Das zumindest kann man doch wohl erwarten.

Statt dessen die Wertung, dass das Bundesverfassungsgericht leider alles falsch macht

Hier findet sich das Urteil:

Was es aussagt ist noch nicht einmal, dass der Vater Umgang haben soll. Es hat den Rechtstreit an das OLG zurücküberwiesen, weil es wesentliche Fehler in der Begründung sieht, insbesondere das die Nachteile für die Kinder gar nicht geprüft worden seien.

So führt das Gericht aus, dass bei Kindern eine Traumatisierung durch Gewalterfahrungen stattgefunden haben soll, die zum Zeitpunkt der Gewalt noch zu klein waren um diese überhaupt erlebt zu haben.

Anzumerken ist, dass der Beschluss des Amtsgericht aus 2022 ist, also der Umgang hier ohnehin seit ca. 4 Jahren nicht stattfindet.

Ob er jemals stattfinden wird ist eine andere Frage,

Juliane Kremberg von der Frauenkoordinierungsstelle sagt, die Studienlage sei klar. Man könne da nicht differenzieren. Für die Kinder seien „Angriffe, Demütigungen, Gewalt gegenüber der primären Bezugsperson, eben häufig der Mutter, als Gewalt am Kind“ selbst zu bewerten.

Auch wieder so eine weiche Auflistung verschiedener Punkte: „Angriffe, Demütigungen, Gewalt“. Die werden häufig gegenseitig sein aber selbst wenn einer mehr macht wird man das ja nicht generell sagen können und ohne Bezug zur Schwere der Vorfälle.

Und natürlich kann ein Kind auch verstehen, dass Mama und Papa sich streiten, dass sie aber trotzdem in Bezug auf das Kind jeweils die Eltern bleiben können.

Mütter geraten vor Familiengerichten unter Verdacht
Auch die Wohlverhaltensklausel wird meist gegen die Mütter interpretiert. Sie besagt: Beide Elternteile müssen sich kooperativ zeigen. Die Bedenken und Berichte der Mütter würden dabei bagatellisiert oder ignoriert, sagt Tanriverdi vom Deutschen Institut für Menschenrechte: „Was oft berichtet wird aus der Praxis, aber Studien belegen das auch, dass erst einmal davon ausgegangen wird, es geht hier in erster Linie darum, dem Vater zu schaden, es geht darum, dass der Umgang des Vaters mit dem Kind nicht stattfinden soll.“ Es werde oft sehr negativ im Sinne der Mutter ausgelegt.

Das viele Mütter die Kinder gerade nicht herausgeben wollen ist ja auch tägliche Praxis in Gerichtssälen. Der Klassiker ist etwa das Umgangsverfahren, wenn der Vater eine neue Freundin hat und „die ihre Kinder nicht betreuen soll“. Aber auch die unverheiratete Mutter, die das Sorgerecht nicht rausgeben will und den Umgang stark erschwert, weil es eben ihr Kind ist. Ihrs. Und er hat sich nach ihr zu richten und wie ihr es passt.

(es gibt auch fürchterliche Väter, die vollkommen überzogene Forderungen geltend machen und es eher als Kampf gegen die Mutter sehen, aber das ist eine andere Sache)

Im Moment sind die Frauen in der Situation, dass sie in der Bringschuld sind.

Wie sich die Väter vor der Trennung um ihre Kinder gekümmert haben, interessiere wenig, sagt Kremberg von der Frauenkoordinierungsstelle. Auch nicht, wie der Umgang dann tatsächlich umgesetzt wird. Und auch nicht, ob sie Verantwortung für ihr gewaltvolles Verhalten übernehmen, etwa durch eine Täterberatung. „Es ist so, dass wir halt unterschiedliche Anforderungen, was die Verantwortungsübernahme angeht, sehen. Im Moment sind die Frauen in der Situation, dass sie in der Bringschuld sind, nachzuweisen, dass sie nicht das Kindeswohl gefährden.“

Was soll das auch ändern? Selbst wenn sie vorher sich weniger um die Kinder gekümmert haben, weil sie Vollzeit gearbeitet haben, haben sie nach der Trennung natürlich ein Recht Umgang mit ihren Kindern zu haben.

Und auch die Mutter kann den Vater auf Umgang verklagen, wenn sie mehr will.

Wie der Umgang umgesetzt wird ist natürlich auch relevant, aber in Grenzen: Solange er die Kinder versorgt und es ihnen gefällt muss er den Umgang natürlich nicht so machen, wie die Mutter es unbedingt will.

Und natürlich kann die Mutter sich gegen Umgang aussprechen, wenn es den Kindern dort schlecht geht. Aber er muss nicht ihr gefallen um Umgang mit den Kindern zu haben (wobei ich jedem Vater in Trennung raten würde sich gut mit der Mutter zu stellen und auf ein gutes Verhältnis hin zu arbeiten).

Es geht beim Umgang nicht um die Mutter. Beide Eltern sollten lernen, dass die Beziehungsebene zwischen ihnen weg ist und sie jetzt eben auf die Elterneben wechseln müssen. Damit ihre Kinder beide Eltern haben können.

Denn nicht wer Gewalt ausübt, gefährdet das Kindeswohl, sondern wer den Umgang anfechtet. Das Signal an die Gesellschaft, aber auch an die Kinder sei, sagt Kremberg: Gewalt hat keine Konsequenzen. Was geahndet wird, sei der Versuch, sich zu schützen.

Das Kindeswohl wird üblicherweise gefährdet, wenn man das Kind zwingt eine Beziehung zu einer der wichtigsten Kontaktpersonen, einem Elternteil zu beenden, weil der andere Elternteil Probleme mit diesem hat.

Bei der Frage des Umgangs geht es erst einmal darum, was für die Kinder gut ist. Und das kann man nicht einfach darauf verlagern, dass der andere den Vater nicht mag und deswegen der Ausschluss gut für das Kind ist.

Zahlreiche Studien belegen: die Rechtslage und Auslegung bei Umgangsregelungen im Falle häuslicher Gewalt hat eine diskriminierende geschlechtsspezifische Dimension. Auch die neuesten Zahlen des Bundeskriminialamtes zeigen die Gefahrenlage. Immer wieder werden die gleichen Handlungsempfehlungen formuliert und Reformen angesetzt.

Wie sollte es auch anders sein, wenn die Kinder meistens bei der Mutter sind und man auf Menge abstellt. Aber auch Mütter, die fürchterliche Partner waren und ihren Partner gequält haben und immer wieder etwa vor den Kindern Streit angefangen haben bekommen häufig die Kinder. Und wenn nicht bekommen sie Umgang.

Und doch sagt Müserref Tanriverdi vom Deutschen Institut für Menschenrechte: „Trotz dieses erschreckenden Ausmaßes der Gewalt, fehlt meines Erachtens sowohl in Politik, Verwaltung und Justiz ein Verständnis dafür, dass geschlechtsspezifische Gewalt Ausdruck eines gesellschaftlich verankerten Machtverhältnisses ist.“ So lange dieses Verständnis fehle, werde es schwierig, Frauen und Kinder besser vor Gewalt zu schützen

Einen Umgang auszusetzen, wenn es zu Gewalt gegen die Kinder kommt ist einfach. Zumindest wird man eine Reduzierung auf begleiteten Umgang hinbekommen.

Frauen dürfen schlecht über Männer reden, aber Männer nicht schlecht über Frauen

Aus einem Tweet:

Its fascinating how many ppl genuinely seem to believe “women can vent about men, but men can never ever vent about women” is a reasonable and sustainable standard for gender relations Its like a woke version of chivalry, ppl just accept the double standard as a reality

Und auf Deutsch:

Es ist faszinierend, wie viele Menschen ernsthaft zu glauben scheinen, dass „Frauen über Männer Dampf ablassen dürfen, aber Männer niemals über Frauen Dampf ablassen dürfen“ ein vernünftiger und nachhaltiger Maßstab für Geschlechterbeziehungen sei.

Es ist wie eine woke Version von Ritterlichkeit – die Leute akzeptieren diesen Doppelstandard einfach als Realität.

Und in der Tat ist das ja ein Punkt, der auch hier schon häufiger besprochen ist. Würde der Spiegel solche Texte die er über Männer veröffentlicht auch über Frauen veröffentlichen, dann wäre es sofort Frauenfeindlichkeit etc.

Die Rechtfertigung dürfte sein:

  • Frauen sind die Unterdrückten, sie dürfen „Nach oben“ treten, Männer aber die Unterdrücker, sie dürfen nicht nach unten treten
  • Die Frauen haben ja nicht, Männer sind viel schlimmer

und etwas weniger deutlich schwingt da vielleicht auch mit:

  • Männer halten das aus, aber man darf doch keine Frau angreifen

Wo der Geschlechterkampf inzwischen geführt wird

Ich habe ja schon mal hier gesagt, dass Blogs inzwischen wahrscheinlich ein veraltetes Medium sind und der Videobereich der ist, in dem die Musik spielt.

Das ist einfacher konsumierbar und man kann durch kurze Videos doomscrollen bis der Algorithmus gelernt hat auf welcher Seite man steht und was man sehen möchte.

Hier ein paar Videos als Beispiel, in dem Fall von Instagram. Längeres gibt es dann eher auf Youtube oder sicherlich auch auf anderen Kanälen, wobei man diese Videos wahrscheinlich auch auf anderen Plattformen findet, es lohnt sich ja diese auf mehreren hochzuladen.

Es ist das lebendigere Format und auch dort gibt es ja Kommentarmöglichkeiten, in denen Diskussionen stattfinden.

 

Selbermach Samstag

Welche Themen interessieren euch, welche Studien fandet ihr besonders interessant in der Woche, welche Neuigkeiten gibt es, die interessant für eine Diskussion wären und was beschäftigt euch gerade?

Welche interessanten Artikel gibt es auf euren Blogs? (Schamlose Eigenwerbung ist gerne gesehen!)

Welche Artikel fandet ihr in anderen Blogs besonders lesenswert?

Welches Thema sollte noch im Blog diskutiert werden?

Für das Flüchtlingsthema oder für Israel etc gibt es andere Blogs

Zwischen einem Kommentar, der nur einen Link oder einen Tweet ohne Besprechung des dort gesagten enthält, sollten mindestens 5 Kommentare anderer liegen, damit noch eine Diskussion erfolgen kann.

Ich erinnere auch noch mal an Alles Evolution auf Twitter und auf Facebook.

Wer mal einen Gastartikel schreiben möchte, auch gerne einen feministischen oder sonst zu hier geäußerten Ansichten kritischen, der ist dazu herzlich eingeladen

Es wäre nett, wenn ihr Artikel auf den sozialen Netzwerken verbreiten würdet.

Wilde Jungs

Fräulein Schmidt hatte schon häufiger Freundinnen da, Schmidt Junior bisher auch nur seine beste Freundin (auch scherzhaft seine Verlobte genannt, weil die beiden so gern miteinander spielen). Jetzt war der erste Junge für einen Nachmittag da.

Ich frage Südländerin wie es war.

Ihre Antwort: WILD!Sie sind rumgelaufen wie die Irren, die waren gar nicht zu stoppen! Und laut! Was für eine Energie.  Dagegen ist so ein Mädchenbesuch richtig ruhig! Gar nicht damit zu vergleichen als seine Verlobte da war! 

Natürlich war auch erst ein Freund da, insofern eine zu kleine Stichprobe. Ich kann mir aber gut vorstellen, dass Jungs im Schnitt wilder miteinander spielen